Von der Anfrage zur Bestrahlung – die Vorbereitung

Sie haben einen Fall, den Sie uns gerne zur Indikationsprüfung vorstellen möchten?

Dann kontaktieren Sie bitte zunächst unser Case Management für eine erste Anfrage. Dieses wird Ihnen bei der Vorbereitung der nötigen Unterlagen behilflich sein oder leitet Ihre Anfrage an unser Ärzteteam weiter.

Für eine erste Einschätzung genügt meistens erst einmal ein Arztbrief mit Diagnose und bisherigem Verlauf und Therapie. Sollte alle Beteiligten eine Behandung am WPE befürworten, werden natürlich mehr Unterlagen und Informationen für eine Indikationsstellung benötigt.

Benötigte Patientenunterlagen

    • Aktueller Arztbrief, Gesamtsituation/Zusammenfassung ( Deutsch oder Englisch)
    • OP-Berichte
    • Laborberichte
    • Histologische/Pathologische Befunde
    • Radiologische Diagnostik: MRT-/CT-Bilder auf CD/DVD in DICOM Format inkl. dazugehöriger schriftlicher Befunde

Bitte senden Sie die Unterlagen an das:

    Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen
    Case Management
    Am Mühlenbach 1
    45147 Essen

    Oder per Fax: +49 201 723 5254
    Tel. +49 201 723 6600

Sobald die Protonentherapie im WPE indiziert ist, legen die Mitarbeiter unseres Terminbüros die Termine für die Planung und Bestrahlung mit Ihnen fest. Am Planungstermin erfolgt ein Planungs-CT und -MRT, um anhand eines „CT-Patienten-Modells“ die anstehende Therapie vorausplanen und simulieren zu können und auch alle notwendigen Informationen zu den zu schützenden Organen zu haben.

Die Entwicklung und Optimierung des Bestrahlungsplans ist aufwendig und nimmt zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch. Ebenso erfolgt bei diesem Planungstermin die Herstellung spezieller Lagerungshilfen für die bevorstehende Bestrahlung.

Die Bestrahlung

Die eigentliche Therapie erfolgt in der Regel ambulant, jedoch aufgeteilt in mehrere Sitzungen (Fraktionen). Meist erfolgen die Behandlungen einmal täglich und fünfmal die Woche über einen Zeitraum von mehreren Wochen, je nach Indikation. Die Verteilung der Bestrahlungsdosis auf mehrere Sitzungen macht die Behandlung verträglicher. Während die Bestrahlung selbst etwa zwei Minuten dauert, kann die Einstellung und Überprüfung der Sitzung bis zu einer Stunde in Anspruch nehmen.

Eine regelmäßige Nachsorge ist am WPE, aber auch in Absprache mit anderen Ärzten vorgesehen.

Kostenübernahme

In Deutschland und dem europäischen Ausland wird eine Anfrage zur Kostenerstattung der Versicherungen und Krankenkassen in vielen Fällen problemlos bewilligt, sofern es eine entsprechende Expertenempfehlung oder einen Behandlungsvertrag für die jeweilige Indikation gibt. Durch überzeugende Forschungsergebnisse möchte das WPE jedoch noch mehr Krankenkassen zur Übernahme der Kosten bewegen.

Behandlung von Kindern

Seit einigen Jahren werden weltweit zunehmend auch insbesondere Kinder mit Protonen bestrahlt. Kinder sind aufgrund des sich noch entwickelnden Gewebes besonders empfindlich für das Auftreten strahlenbedingter Nebenwirkungen und Zweittumoren. Die Heilungsraten von Kindern mit Tumorerkrankungen sind aber überwiegend hervorragend. Daher stellt heutzutage neben der Tumorheilung auch die Lebensqualität nach Tumortherapie ein wichtiges Ziel dar. Um nun die posttherapeutische Situation der Kinder zu verbessern ist die Protonentherapie ein vielversprechendes Instrument, denn die physikalischen Eigenschaften der Protonen erlauben eine sehr begrenzte und gut steuerbare Wirkung. Das Normalgewebe wird besser geschont und das Risiko von negativen Therapiefolgen und Zweittumoren vermindert.

Im WPE stellt die Behandlung von Kindern einen großen Schwerpunkt dar. Zurzeit werden meist Hirntumoren und sarkomatöse Tumoren im Bereich der Schädelbasis, des ZNS, der Wirbelsäule und des Beckens behandelt. Durch die präzise Dosisverteilung der Protonenbehandlung können unmittelbar benachbarte oftmals kritische Risikoorgane geschont werden. Große Expertise haben wir bei der Bestrahlung des gesamten Zentralen Nervensystems inkl. der kraniospinalen Achse.

Vernetzung in der pädiatrischen Strahlentherapie

Durch enge Vernetzung mit der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Radioonkologie (APRO) und mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ist das WPE in die Therapieoptimierungsstudien eingebunden, die diese Gesellschaften in den Studienkommissionen erarbeiten.

In Deutschland werden heute rund 90 Prozent der Kinder mit Krebserkrankungen in Therapieoptimierungsstudien der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie behandelt. Hierdurch wird eine flächendeckende, interdisziplinär konsentierte Therapie nach aktuellem „Gold“-Standard gewährleistet. Die Strahlentherapie ist dabei neben der Operation und der Chemotherapie fest verankert. Im Laufe der Jahre konnten für viele Diagnosen die Bestrahlungsgebiete zunehmend verkleinert werden und die Therapiedosen reduziert werden – was die Verträglichkeit deutlich verbessert hat.

Die Indikation zur Strahlentherapie mit Protonen wird im Rahmen der Studienempfehlungen und im Austausch mit den Referenzzentren für Strahlentherapie gestellt. Darüber hinaus bietet das „Beratungszentrum für Partikeltherapie der GPOH-Studien“ (gefördert durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung) Hilfe für Kollegen und Betroffene, für welchen Patient eine Protonen/Partikeltherapie sinnvoll ist. Die Leitung des Beratungszentrums hat seit vielen Jahren Prof. Timmermann, die ärztliche Leiterin des WPE.

Ihre Ansprechpartner

Sarkom Behandlung - Ihr Kontakt zum Case Management

Unser Case Management steht Ihnen, Ihren Angehörigen und zuweisenden Ärzten bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Bis zum Behandlungsbeginn haben Sie durchgehend ein und denselben Ansprechpartner.