Protonentherapie (PT) als vielversprechendes Instrument

Die Protonentherapie (PT) ist ein vielversprechendes Instrument in der modernen Radioonkologie. Im Gegensatz zur konventionellen Photonentherapie erreicht Protonenstrahlung aufgrund ihrer charakteristischen physikalischen Eigenschaften ihr Dosismaximum erst nach einer bestimmten Eindringtiefe (sog. Bragg-Peak, s. Abb.). Danach stoppt die Wirkung des Strahls abrupt ab, so dass unmittelbar hinter dem Tumor liegendes Gewebe keine Belastung erfährt.

Daher ist die PT einerseits besonders prädestiniert für tief gelegene Tumoren und strahlenresistente Tumoren, die einer hohen Dosis bedürfen, und andererseits für Tumoren, in deren Nachbarschaft sich besonders kritische und empfindliche Strukturen befinden. Insbesondere die noch unreifen Gewebe von Kindern sind anfällig für strahleninduzierte Nebenwirkungen und bedürfen maximaler Schonung, da Kinder auch neben operativen Eingriffen häufig belastende Kombinationstherapien mit intensiven Chemotherapien erhalten.

Vergleichende Studien zur Dosisverteilung von Protonen- und Photonenstrahlung haben ergeben, dass für ein gegebenes Zielvolumen mit Protonen etwa nur die Hälfte oder sogar nur ein Drittel des Körpervolumens mit ionisierender Strahlung belastet wird. So werden sowohl eine Verminderung der Nebenwirkungen als auch eine seltenere Entstehung von Sekundärmalignomen erwartet – bei weiterhin hohen lokalen Tumorkontrollraten.