Studien am WPE

Forschung und Anwendung laufen bei uns Hand in Hand. Neben dem medizinischen Therapieerfolg verfolgen wir vor allem das Ziel, das Risiko von strahleninduzierten Spätfolgen und das Auftreten von Zweittumoren so gering wie möglich zu halten, um damit die Verträglichkeit und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Zurzeit gibt es eine Registerstudie für Erwachsene und eine Registerstudie für Kinder. Diese sollen sicherstellen, dass bei dem zunehmenden klinischen Einsatz der Protonentherapie im Rahmen der Heilkunde auswertbare Daten zur Toxizität und zur Tumorkontrolle bzw. Outcome generiert werden. Mit Hilfe der in dieser Registerstudie vorgesehenen Datendokumentation soll die Grundlage für die spätere Beurteilung der Möglichkeiten und des Nutzens der Protonentherapie geschaffen werden. Ebenso sollen auf Basis der gewonnenen Daten zukünftige Therapiekonzepte und besonders eine Auswahl der wichtigsten Anwendungsgebiete für Protonentherapie erarbeitet werden.

Die im Rahmen der Registerstudie gesammelten Bilddaten (Planungs-CT) können für theoretische Planvergleichsstudien genutzt werden. Die dabei erzielten Ergebnisse sollen die Beurteilung der verschiedenen Techniken hinsichtlich ihres Potentials zur Reduktion von Nebenwirkungen sowie Zweitmalignomen und zur Dosiseskalation ermöglichen und die Basis für zukünftig zu entwickelnde Behandlungskonzepte sein. Wir gehen davon aus, dass wir in Deutschland in Zusammenarbeit mit den Studienkommissionen der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) gemeinsame Therapiestrategien und Studien entwickeln werden.

In einer weiteren Studie wird die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern mit Hirn- und Schädelbasistumoren vor und nach der Protonentherapie am WPE prospektiv erhoben und in Beziehung zu möglichen therapiebedingten Nebenwirkungen gesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, eine bessere Einschätzung der Vorteile einer Protonentherapie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern mit Krebserkrankungen zu erhalten und auch notwendige Hilfestellungen im Alltag der Kinder und deren Familien zu etablieren.

Zusätzlich ist eine Studie gestartet, in der Veränderungen in der Funktionalität der Immunzellen des Blutes im Verlauf der Protonentherapie untersucht werden. Ziel ist es Effekte zu erfassen, die sich außerhalb des bestrahlten Bereichs manifestieren, um daraus entscheidende Rückschlüsse für eine optimierte Therapie zu erhalten.