500. Patient des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen

500. Patient

Gute Perspektive dank Protonentherapie

500. Patient des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen (WPE) behandelt: Patient mit Prostatakarzinom freut sich über gute Behandlung

Essen, 08.08.2016 – Im Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) wurde jetzt der 500. Patient erfolgreich behandelt: Bei Herrn M.  (67) aus dem Stuttgarter Raum stellten Ärzte Mitte 2009 einen erhöhten PSA-Wert fest, der auf eine Erkrankung der Prostata hindeuten kann. Weitere Untersuchungen ergaben: Herr M. leidet unter einem Prostatakarzinom. Eine erste Therapie konnte zunächst helfen, doch nachdem der Krebs Ende 2015 zurückkam, entschied er sich nach einer umfangreichen Eigenrecherche zu den verschiedenen Möglichkeiten und der Empfehlung seines Urologen zu einer Protonentherapie am WPE. 37 Mal bestrahlten die Experten in Essen den Tumor in den letzten Wochen – mit sehr guten Chancen für eine langfristige Heilung.  

Herr M. ist – im Gegensatz zu vielen anderen Männern – sehr gesundheitsbewusst. Daher gehört es für ihn zur jährlichen Routine, sich bei seinem Arzt durchchecken zu lassen. 2009 hatte der allerdings keine guten Nachrichten für seinen Patienten: „Er sagte mir, dass mein PSA-Wert auffallend hoch sei und ich das lieber genauer untersuchen lassen sollte. Denn die Substanz sei ein von der Prostatadrüse gebildetes Eiweiß – und da Krebszellen wohl mehr Eiweiß produzieren, könnte ein erhöhter Wert ein Anzeichen für einen Tumor sein“, so der 67-jährige Schwabe. Eine Biopsie brachte dann Gewissheit: Herr M. litt an einem Prostatakarzinom.

„Bei Verdacht auf Prostatakrebs entnehmen die Ärzte im Rahmen einer Biopsie mit einer Stanznadel über den Damm Gewebe aus der Prostata. Das dafür nötige Bild der Vorsteherdrüse liefert eine Ultraschalluntersuchung“, erläutert Prof. Herbert Rübben, Direktor der Klinik für Urologie am UK Essen, mit der das WPE eng zusammenarbeitet. Der sogenannte transrektale Ultraschall, kurz „TRUS“, sei das Standardverfahren, um eine Prostatabiopsie zu steuern. „Mithilfe der Ultraschallbilder entnimmt der behandelnde Arzt Gewebeproben aus verschiedenen Teilen der Prostata. Doch die Bildgebung reicht allein nicht aus, um die Diagnose ‚Krebs‘ zu sichern: Dafür sind stets Gewebeproben nötig. Danach entscheidet sich dann, welches die richtige Methode zur Behandlung des Karzinoms ist. Zur Auswahl stehen mehrere Verfahren, darunter Operation, konventionelle Strahlentherapie oder eben die Protonentherapie“, ordnet Prof. Rübben ein.

Herrn M. rieten die Ärzte anfangs zu einer Ultraschall-Therapie, die zunächst auch Erfolg hatte: „Mein PSA-Wert sank auf null, die jährliche Überprüfung ergab zunächst keine Auffälligkeiten.“ Ende 2015 dann der Rückschlag: „Bei der jährlichen Kontrolle mittels MRT wurde dann aber wieder eine verdächtige Stelle identifiziert. Eine genauere Untersuchung ergab, dass der Krebs zurück war“, so M. Für ihn kein Grund, aufzugeben: „Ich habe dann mit vielen Experten gesprochen und umfangreiche Recherche im Internet und bei Patientenverbänden betrieben. Dabei kam ich schnell auf die Protonentherapie, da diese sehr gute Bewertungen von Ärzten und Patienten bekommt und die Nebenwirkungen gering sein sollen. Nach einer Rücksprache mit meinem Urologen habe ich mich dann an das WPE gewandt“, erzählt Mark. Als gelerntem Elektroingenieur sei ihm diese Entscheidung leicht gefallen: „Ich habe mir die Konstruktion der Anlage im Vorfeld ein bisschen genauer angesehen und war beeindruckt, insbesondere von der Präzision der Bestrahlung. Daher habe ich mich schnell mit dem Gedanken angefreundet, mich am WPE behandeln zu lassen“, führt Herr M. aus.

Nach einer umfassenden Untersuchung durch das Team des WPE und Beratungen mit der Klinik für Urologie war schnell klar, dass Marks Krebserkrankung am WPE behandelt werden kann: „Eine hochdosierte Strahlentherapie mit Protonen ist millimetergenau steuerbar. Dadurch können wir einerseits den Tumor gut bekämpfen – die Heilungschancen liegen zwischen 85 und 100 Prozent. Andererseits ist es uns möglich, empfindliches Gewebe wie Harnblase, Nervenstränge oder Enddarm zu schonen. Das minimiert mögliche Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Impotenz“, erläutert Prof. Beate Timmermann, Ärztliche Leiterin des WPE. Dr. Felicitas Guntrum, Oberärztin am WPE, betreute dann den Patienten während der 37 Bestrahlungstermine über 8 Wochen, jeder Einzelne dauerte mit Vorbereitung rund eine Stunde. Danach konnte Herr  M. direkt wieder nach Hause fahren: „Ich war nach den Terminen zwar ein bisschen müde, habe ansonsten aber keine Auswirkungen gespürt und meinem Beruf sowie meinen Hobbies ohne Einschränkungen nachgehen können“, berichtet M. sichtlich zufrieden, der sich nach kürzlich erfolgtem Abschluss über die positiven Aussichten freut: „Ich gehe jetzt alle ein bis drei Monate zur Nachsorge und lasse meinen PSA-Wert weiter überprüfen. Aber ich bin zuversichtlich, dass der Krebs nun endgültig besiegt ist. Auf Basis meiner Erfahrungen kann ich Männern in meinem Alter, die mit einer ähnlichen Erkrankung zu kämpfen haben, nur empfehlen, von sich aus mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen, ob die Protonentherapie nicht eine geeignete Behandlungsoption ist. Denn viele Ärzte scheinen die Protonentherapie noch nicht richtig ‚auf dem Schirm‘ zu haben – mir gibt sie aber echte Hoffnung, die heimtückische Krankheit nun besiegt zu haben“, fasst M. das Erlebte zusammen. Das bestätigt auch Prof. Timmermann: „Die Protonentherapie ist in vielen Fällen eine gute Alternative zu den anderen Behandlungsalternativen. Wichtig ist, die individuelle Situation an einer spezialisierten Klinik wie dem UK Essen mit einem Zentrum wie dem WPE abklären zu lassen, damit alle Therapieoptionen ohne Vorbehalte geprüft werden können“, so die Expertin. Das Essener Zentrum stehe selbstverständlich als erste Anlaufstelle für eine fundierte Beratung bereit und bietet dabei auch die Vermittlung der fachübergreifenden Abklärung an. „Interessierten Patienten oder deren Angehörigen stehen wir unter der Rufnummer 0201/723-6600 oder der E-Mail-Adresse wpe@uk-essen.de gerne für einen Erstkontakt zur Verfügung“, so die Ärztliche Leiterin des WPE abschließend.