0201 723 6600

Definition, Entstehung und Häufigkeit eines Hypophysentumors (Hypophysenadenom und Hypophysenkarzinom)

Hypophysenadenome sind gutartige (benigne) Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Sie gehören zu den neuroendokrinen Tumoren, das heißt, dass sie hormonelle (endokrine) Störungen verursachen können. Außerdem bereiten sie Betroffenen vor allem durch ihr infiltratives (verdrängendes) Wachstum und ihre Größe gesundheitliche Probleme, weil wichtige Hirnregionen geschädigt werden.

So genannte atypische Adenome sind ebenfalls gutartig, zeichnen sich allerdings durch ein aggressiveres Wachstum in die umliegenden Hirnregionen aus.

Tatsächlich bösartige (maligne) Hypophysenkarzinome sind mit einem Anteil von etwa 0,1 Prozent in der Gruppe der Hypophysentumoren extrem selten.

Darstellung der Lokalisation eines Hypophysentumors im menschlichen Gehirn.
Illustration der Lokalisation eines Hypophysentumors (Hypophysenadenom, Hypophysenkarzinom).

Wo genau entstehen Hypophysenadenome?

Hypophysenadenome sind Geschwülste in der Sella turcica („Türkensattel“), einer knöchernen Mulde in der vorderen Schädelbasis, in der die Hypophyse liegt. An dieser Stelle kreuzen sich die Sehnerven, und hier befindet sich auch der Hypothalamus, das wichtigste Steuerungszentrum des vegetativen Nervensystems.

Visualisierung eines Hypophysenadenoms im menschlichen Gehirn. Das Hypophysenadenom wächst in der "Sella turcica", einer knöchernen Struktur, in welcher auch die Hypophyse wächst.
Veranschaulichung eines Schädelquerschnitts mit Hypophysenadenom. Hypophysenadenome wachsen in der sogenannten „Sella turcica“, in welcher auch die Hypophyse liegt.  

Kontakt

Sie möchten sich über die Möglichkeiten der Protonentherapie am WPE informieren, oder direkt einen Termin vereinbaren?



Drüse im Hirn – die Hypophyse

Sie ist nur etwa kirschgroß, jedoch ein wichtiges endokrines Organ: Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) steuert den kompletten Hormonhaushalt des Körpers und stimuliert beispielsweise die Hormonproduktion in der Schilddrüse, den Nebennieren, den Eierstöcken oder den Hoden. Außerdem produziert sie auch selbst wichtige Hormone, darunter Wachstumshormone sowie das Hormon Prolaktin, das für die Bildung der Muttermilch entscheidend ist.

Der darüber gelegene Hypothalamus steuert die Funktion der Hypophyse.

Makroadenome, Mikroadenome und Prolaktinome

Es gibt verschiedene Arten von Hypophysenadenomen. Unterschieden werden diese nach zwei Kriterien: der Größe des Tumors und dessen Einfluss auf den Hormonhaushalt.

Ist das Adenom größer als ein Zentimeter, spricht man von einem Makroadenom. Ist es kleiner, liegt ein Mikroadenom vor.

Außerdem gibt es hormoninaktive und hormonaktive Hypophysenadenome. Hormonaktiv bedeutet, dass der Tumor eigenständig Hormone produziert. Das kommt oft vor. 85% der Tumoren der Hypophyse werden von gutartigen Adenomen gestellt, von denen zwischen 25-30% hormoninaktiv sind.

Hormonaktive (endokrin aktive) Hypophysenadenome können genau jene Hormone herstellen, die auch die Hypophyse selbst produziert. In gut der Hälfte aller Fälle bilden sie Prolaktin, das unter anderem die Entstehung der Muttermilch unterstützt. Diese Tumore werden Prolaktinome genannt. Aus ihnen kann sich in seltenen Fällen ein bösartiges Hypophysenkarzinom entwickeln.

Hormonaktive Hypophysenadenome können außerdem beispielsweise

  • Wachstumshormone,
  • das Stresshormon Adrenocorticotropin (ACTH),
  • das für die Schilddrüsenfunktion wichtige Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) oder
  • das für die Reifung der Follikel und Spermien notwendige Hormon FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) bilden.

WHO-Klassifikation von Hypophy­senade­nomen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bei Hypophysenadenomen zwischen folgenden Tumortypen:

  • somatotrope Adenome,
  • laktotrope Adenome,
  • gemischte STH-Prolaktin Adenome,
  • thyreotrope Adenome,
  • plurihormonale Adenome,
  • kortikotrope Adenome,
  • gonadotrope Adenome sowie
  • Hormon- und Transkriptionsfaktor-negative Tumoren.

Welche Stadien gibt es bei einem Hypophysenadenom?

Abhängig von der Größe des Tumors und des Befalls umliegender Hirnstrukturen wird bei Hypophysenadenomen zwischen Grad 0 bis IV unterschieden – angefangen von einem kleinen Tumor, der lokal auf die Hypophyse begrenzt ist, bis hin zu einem invasiven Befall umliegender Hirnareale.

Welche Ursachen führen zur Entstehung eines Hypophysenadenoms?

Hypophysenadenome entwickeln sich aus entarteten Drüsenzellen der Hypophyse. Die Ursachen für deren unkontrolliertes Wachstum sind medizinisch bislang nicht abschließend geklärt. Vermutet wird unter anderem ein Zusammenhang zum so genannten MEN-1-Syndrom (multiple endokrine Neoplasie), einer krankhaften Veränderung der Hormondrüsen der Hypophyse, die vererbbar ist. Dieser Gendefekt wird bei Patientinnen und Patienten in knapp einem Viertel aller Fälle festgestellt.

Wie häufig treten Hypophysenadenome auf?

Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) machen laut aktueller Studienlage etwa zehn bis 15 Prozent aller Hirntumoren (intrakranielle Tumoren) aus. Mit einem Anteil von 85 Prozent bilden benigne (gutartige) Hypophysenadenome dabei die größte Gruppe innerhalb der Hypophysentumore – jährlich werden etwa 30 bis 40 Fälle pro eine Million Menschen diagnostiziert. Am häufigsten betroffen ist vor allem die Altersgruppe zwischen 35 und 45 Jahren

Welche Symptome verursacht ein Hypophysenadenom?

Ob und durch welche Symptome sich ein Hypophysenadenom bemerkbar macht, hängt vor allem davon ab, wie groß es ist und ob es Hormone produziert oder nicht. Hormoninaktive, kleine Adenome verursachen in den meisten Fällen keine konkreten Probleme und werden oft eher zufällig entdeckt.

Anders sieht es bei großen Hypophysenadenomen aus oder solchen Arten, die aktiv Hormone bilden: Hier kommt es in aller Regel zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, hervorgerufen durch

Abhängig davon, welches Hormon produziert wird, zählen zu den typischen Symptomen von hormonaktiven Hypophysenadenomen unter anderem

Symptome von Makroadenomen und größeren hormoninaktiven Tumoren entstehen vor allem durch ihr Wachstum, da sie auf andere Hirnareale drücken können und so angrenzendes Hormon- oder Nervengewebe schädigen. Eine mögliche Folge: eine Hypophysenunterfunktion, die meist ebenfalls mit hormonellen Störungen verbunden ist. Typisch sind auch Seh- und Gesichtsfeldeinschränkungen, da sich im Bereich der Hypophyse die Sehnerven kreuzen.

Mögliche weitere Symptome von Hypophysentumoren sind außerdem

Bei plötzlich auftretenden starken Kopfschmerzen, akutem Sehverlust, Bewusstseinsstörungen und/oder Augenmuskellähmungen kann ein so genannter Hypophysenapoplex vorliegen, eine Einblutung in die Hypophyse – ein akuter Notfall.

Kann ein Hypophysenadenom Metastasen bilden?

Hypophysenadenome sind überwiegend gutartig (benigne). Das heißt, sie wachsen langsam und streuen nicht in das umliegende Gewebe. Auch bei atypischen Adenomen handelt es sich um benigne Geschwulste; ihr Wachstum ist allerdings deutlich aggressiver und schädigt die umliegenden Areale schneller. Metastasen in anderen Körperregionen bilden sie jedoch nicht. Maligne (bösartige) Hypophysenkarzinome können hingegen sehr wohl streuen. Sie sind jedoch sehr selten.

Wie wird ein Hypophysenadenom diagnostiziert?

Da Adenome meistens sehr langsam wachsen, zeigen sich die ersten Symptome oft erst relativ spät. Gerade kleine, hormoninaktive Hypophysenadenome verursachen meist keine oder kaum gesundheitliche Probleme.

Für eine gesicherte Diagnose sind vor allem bildgebende Verfahren sehr wichtig, beispielsweise

Außerdem muss der Hormonspiegel bestimmt werden, um festzustellen, ob und welches Hormon in zu hohem Maß oder zu geringer Menge im Körper vorhanden ist. Dazu werden Urin und/oder Blut endokrinologisch untersucht. Sinnvoll ist außerdem eine umfassende augenärztliche Untersuchung, um festzustellen, ob durch die Wucherung die Sehnerven geschädigt sind.

Sie haben ein Hypophysenadenom und suchen nach der passenden Therapie?

Wenn Sie an einem Hypophysenadenom erkrankt und auf der Suche nach einer geeigneten Therapie sind: Nehmen Sie mit unserem Case-Management Kontakt auf. Gemeinsam klären wir, ob eine Strahlentherapie mit Protonen für Sie in Frage kommt.

Case Management: 0201 723 6600 oder wpe@uk-essen.de

Behandlung von Hypophysenadenomen

Welche Behandlung bei einem Hypophysenadenom die jeweils bestmögliche ist, muss individuell von Fall zu Fall und gemeinsam mit den betroffenen Patientinnen und Patienten entschieden werden. Die Therapieempfehlung ist vor allem abhängig davon, um welche Art von Adenom es sich handelt und welche Komplikationen es verursacht. Grundsätzlich stehen mehrere Verfahren zur Auswahl: Neben Medikamenten gehören Operation und Bestrahlung zur Regelbehandlung. In Einzelfällen ist zudem eine Chemotherapie angezeigt.

Wo können Hypophysenadenome am besten behandelt werden?

Für die bestmöglichen Heilungschancen von Hypophysenadenomen sollte die Behandlung in einem medizinischen Zentrum erfolgen, das verschiedene Fachdisziplinen miteinander vereint und interdisziplinär arbeitet. Um bei einem Hypophysenadenom eine optimale Diagnostik und Therapie gewährleisten zu können, sollten unter anderem Expertinnen und Experten der Disziplinen Endokrinologie, Neurologie, Neurochirurgie, (Neuro-)Radiologie und Strahlentherapie zu Rate gezogen werden. Universitätskliniken stellen hier eine gute Anlaufstelle dar.

Wie können Hypophysenadenome behandelt werden?

Grundsätzlich stehen für die Behandlung von Hypophysenadenomen folgende Methoden zur Verfügung:

  • Medikamente,
  • Operation und
  • Strahlentherapie.

Die Therapie von Hypophysenadenomen richtet sich grundsätzlich nach der jeweiligen Art des Tumors, vor allem nach dessen Größe und danach, ob er Hormone produziert oder nicht. Hormoninaktive Mikroadenome müssen zum Beispiel nicht immer behandelt werden, sofern sie keine Beschwerden verursachen. Allerdings sollte das Tumorwachstum in diesen Fällen regelmäßig kontrolliert werden.

So genannte Prolaktinome wiederum, also Hypophysenadenome, die das Hormon Prolaktin bilden, sprechen gut auf eine medikamentöse Therapie an. Aber auch hier kann es aufgrund der Tumorgröße zu gesundheitlichen Problemen kommen, die weitergehende Maßnahmen erfordern.

Die wichtigste Therapiemöglichkeit bei Hirntumoren, also auch bei Hypophysentumoren, ist grundsätzlich eine Operation. Denn eine vollständige Entfernung des Tumors erhöht die Heilungschancen deutlich. Bei Hypophysenadenomen kann der chirurgische Eingriff in der Regel minimal-invasiv durch die Nase durchgeführt werden. Bei Makroadenomen ist aufgrund der Tumorgröße eine Öffnung des Schädels (Kraniotomie) notwendig.

Kann der Tumor nicht vollständig entfernt werden, ist er aufgrund seiner Lage operativ nur schlecht zu erreichen, liegt dem Sehnerven bzw. der Sehbahnkreuzung auch nach Operation sehr nahe oder wächst das Adenom immer wieder neu (Rezidiv), ist eine fraktionierte Strahlentherapie sinnvoll.

Gibt es Leitlinien­behandlungen für Hypophy­senade­nome?

Die Strahlentherapie als Behandlungsmethode von Hypophysenadenomen

Hypophysenadenome werden in der Regel neurochirurgisch behandelt. Allerdings ist eine solche Operation aufgrund der Lage des Tumors unmittelbar an der Hirnanhangdrüse und in der Nähe von Hypothalamus und Sehnerven nicht ganz unkompliziert, da diese wichtigen Hirnstrukturen während des Eingriffs möglicherweise geschädigt werden können.

In einigen Fällen und bei besonders großen Adenomen wird daher noch vor einer Operation eine Strahlentherapie durchgeführt, um die Tumormasse zu verringern. Studien haben zudem gezeigt, dass eine postoperative Bestrahlung, also eine Strahlentherapie im Anschluss an eine OP, die Gefahr von Rezidiven – erneut wachsenden Adenomen – minimiert. Das gilt vor allem dann, wenn der Tumor nicht vollständig chirurgisch entfernt werden konnte und Reste des Adenoms im Hirnareal zurückbleiben. Um dabei die strahlensensiblen Hirnregionen möglichst wenig zu beeinträchtigen, empfiehlt sich grundsätzlich eine besonders schonende Therapieform – wie beispielsweise eine Bestrahlung mit Protonen.

Protonentherapie von Hypophysenadenomen: eine exzellente Alternative

Bei der Bestrahlung von Hirntumoren hat sich die Protonentherapie in den vergangenen Jahren als moderne und besonders schonende Verfahrensalternative etabliert. Denn im Vergleich zur konventionellen Photonentherapie hat eine Bestrahlung mit Protonen einen bedeutenden Vorteil: Sie lässt sich millimetergenau auf das erkrankte Gewebe ausrichten.

Man spricht bei der Protonentherapie deshalb auch von einer hochkonformalen Therapie. Konformal bedeutet, dass die Bestrahlung die (unregelmäßigen) Strukturen des Tumors so exakt wie möglich aufgreift und das Bestrahlungsfeld so aufgebaut und ausgerichtet ist, dass das um den Tumor liegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont wird.

Das ist insbesondere bei der Therapie von Hirntumoren sehr wichtig. Denn im Kopf- und Schädelbasis-Bereich finden sich gleich mehrere heikle Risikostrukturen. Durch die Zielgenauigkeit der Protonen reduziert sich die Strahlenbelastung von Gehirn-, Rückenmark-, Hör- oder Sehstrukturen jedoch auf ein absolutes Minimum. Denn Protonen geben den Hauptteil der Strahlendosis erst unmittelbar im Tumor selbst ab. Zugleich sinkt das grundsätzliche Risiko für potenzielle Nebenwirkungen und Spätfolgen wie beispielsweise Zweittumoren.

Vor allem, wenn nur ein Teil des Hypophysenadenoms chirurgisch entfernt werden konnte, sind die physikalischen Eigenschaften der Protonen bei der anschließend notwendigen Bestrahlung also von großem Vorteil. Patientinnen und Patienten profitieren in diesen Fällen langfristig von mehr Lebensqualität.

Hypophysenadenom Bestrahlung mit Protonen: Darstellung eines Bestrahlungsplans

Nicht immer ist eine Hypophysenadenom Operation sinnvoll möglich. Dies ist kann verschiedene Ursachen haben. Nachfolgend sind MRT-Aufnahmen eines Patienten mit Hypophysenadenom abgebildet. Für die behandelnden Ärzte wurde anhand der Bilder ersichtlich, dass das Hypophysenadenom seitlich ausgebrochen und deshalb nicht sinnvoll operabel war.

Als Alternative bot sich in diesem Fall eine Bestrahlung an, und zwar insbesondere eine Bestrahlung mit Protonen, zur Schonung des umliegenden Gewebes.

Zur Erstellung eines Bestrahlungsplans wird zunächst der Tumor im MRT-Bild eingezeichnet und anschließend das zu behandelnde Zielvolumen.

Dies ist in dem rechts abgebildeten MRT-Bild visualisiert. Hier ist der Tumor als lila Linie eingezeichnet sowie das zu bestrahlende Zielvolumen als pinke Linie.

Erkennbar ist, dass das Hypophysenadenom mitten im Schädel liegt und von vielen wichtigen Strukturen umgeben ist. Dieses gilt es bei der Bestrahlung maximal möglichst zu schonen. Daher muss vor Bestrahlungsbeginn durch die Ärzt:innen und Medizinphysiker:innen unter Berücksichtigung dieser Vorgaben ein Bestrahlungsplan erstellt werden.

Die nachfolgenden Bilder visualisieren den Bestrahlungsplan:

Hypophyse-MRT-transversal: Auf dem MRT-Bild wird zunächst der Tumor (lila Linie) eingezeichnet sowie das zu bestrahlende Zielvolumen (pinke Linie).

Auf den Planungsbildern sind die unterschiedlichen Bestrahlungsvolumina als Isodosen unterschiedlich farbig eingezeichnet. Die Maximaldosis von 100 Prozent soll dabei nur im Tumor selbst appliziert werden. Je weiter weg vom Tumor bestrahlt wird, umso weniger Strahlendosis wird in dem Gewebe appliziert. Sehr gut erkennbar ist, dass in diesem Beispiel große Teile des Gehirns oder die Augen so gut wie keine Strahlendosis mehr erhalten, da der Protonenstrahl zuvor abstoppt. So können langfristige Nebenwirkungen in diesen Bereichen reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Farbig erkennbar ist das Bestrahlungsvolumen in Prozent der gegebenen Dosis (100%-, 95%-, 90%-,50%- oder 20% Isodose in dunkelrot, rot, gelb, hellblau, blau).

Kann die Protonentherapie mit anderen Behandlungsmethoden kombiniert werden?

Die Protonentherapie kann ebenso wie eine konventionelle Bestrahlung mit Photonen mit anderen Therapiemöglichkeiten kombiniert werden – beispielsweise mit einer Operation des Hypophysenadenoms.

Welche Nebenwirkungen hat die Protonentherapie von Hypophysenadenomen?

Bei der Protonentherapie handelt es sich um eine lokale Therapiemaßnahme, die ihre Wirkung nicht im gesamten Körper, sondern nur in der vorab definierten Region um den Tumor entfaltet. Daher treten mögliche Begleiterscheinungen auch meist nur in diesen Regionen auf. In der Regel bessern sich die Symptome wenige Wochen nach der Bestrahlung. Zudem fallen die Nebenwirkungen aufgrund der Zielgenauigkeit, mit der die Tumorregion bestrahlt wird, deutlich geringer aus als bei einer herkömmlichen Strahlentherapie.

Unter anderem sind folgende akute Nebenwirkungen möglich, die aufgrund der Lage und geringen Größe des Bestrahlungsgebietes sehr selten sind:

Protonenbestrahlung am WPE der Universitätsmedizin Essen

Protonenbestrahlung von Hypophysenadenomen am WPE

Warum mit der Protonentherapie am WPE behandeln lassen?

Das WPE ist eines der fortschrittlichsten Protonentherapiezentren der Welt. Wir behandeln Tumoren, die aufgrund ihrer komplizierten Lage oder des jungen Alters der Patientinnen und Patienten eine möglichst genaue Bestrahlung erfordern. Dies geschieht in fachübergreifender Zusammenarbeit und über die Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen mit den Kliniken der Universitätsmedizin Essen.

Klinische Studien des WPE zu Langzeitfolgen der Protonentherapie

Pencil Beam Scanning – die fortschrittlichste Art der Protonentherapie

Das WPE nutzt die fortschrittlichste Art der Protonentherapie – das Pencil Beam Scanning. Bei dieser Technik bestrahlen wir ein Hypophysenadenom mit einem bleistiftspitzendünnen Strahl, den wir Punkt für Punkt über den gesamten dreidimensionalen Raum des Tumors steuern. Auf diese Weise bestrahlen wir nahezu ausschließlich das erkrankte Gewebe und schonen die umliegenden Regionen bestmöglich. Des Weiteren nutzen wir weitere Formen der Protonentherapie wie das Uniform-Scanning und Passive Scattering. Damit bieten wir eine Vielzahl an Technologien an, mit denen wir für nahezu jede Situation eine individuelle Protonenstrahlentherapie erarbeiten können, verbunden mit so wenig Nebenwirkungen wie möglich.

Sie haben Fragen zur Protonentherapie bei Hypophysenadenomen am WPE?

Sprechen Sie uns an. Durch unsere umfangreiche Erfahrung und die enge Abstimmung im interdisziplinären Team bieten wir Ihnen eine individuelle Behandlung auf höchstem internationalem Niveau.

Case Management: 0201 723 6600 oder wpe@uk-essen.de

Wer kann mit der Protonentherapie am WPE behandelt werden?

Wie sieht der Behandlungsablauf am WPE aus?

Sollten Sie sich für eine Bestrahlung Ihres Hypophysenadenoms mit Protonen am WPE interessieren, stellen Sie oder Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre Ärztin zuallererst eine Therapieanfrage an uns. Unser Case-Management-Team nimmt die Anfrage dann entgegen und steht von da an für Sie als Ansprechperson zur Verfügung. Fragen, die vom Case-Management nicht beantwortet werden können, leitet dieses umgehend an die behandelnden Ärzte und Ärztinnen weiter.

Nach der Therapieanfrage ist der Ablauf wie folgt:

Wenn uns alle relevanten Informationen und Dokumente vorliegen, entscheidet das zuständige ärztliche Team, ob eine Protonenbestrahlung des Hypophysenadenoms sinnvoll ist. Ihre individuelle Anfrage wird zudem mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen relevanten Fachdisziplinen der Universitätsmedizin Essen und im interdisziplinären Onkologie-Tumorboard besprochen – einer Gesprächsrunde aus fachlich versierten Expertinnen und Experten. Gegebenenfalls werden Ihnen im Anschluss auch alternative Behandlungsoptionen empfohlen.

Sollte sich das Expertenteam zur Behandlung Ihres Hypophysenadenoms mit der Protonentherapie entscheiden, beginnt die Therapieplanung. Hierfür laden wir Sie und wenn gewünscht auch einen Angehörigen oder eine Angehörige zu einem Termin ein. In diesem erläutern wir Ihnen ausführlich die Chancen und Risiken der Protonenbestrahlung bei Hypophysenadenomen.

Nach Ihrem Einverständnis zur Protonenbestrahlung startet die Protonentherapie anschließend mit folgenden Schritten:

  • Anfertigung einer individuellen Lagerungshilfe, damit Ihr Hypophysenadenom in jeder Bestrahlungssitzung exakt mit Protonen bestrahlt werden kann.
  • Nutzung bildgebender Verfahren, wie beispielsweise CT und gegebenenfalls auch MRT, damit unser ärztliches Team und die Medizinphysiker und Medizinphysikerinnen des WPE die genaue Lage des Tumors und der umliegenden Organe beurteilen können.

Welche Informationen sind für die Erstvorstellung nötig?

Sollten Sie sich für eine Protonenbestrahlung Ihres Hypophysenadenoms interessieren, benötigen wir für die Prüfung folgende Dokumente:

  • den Histologiebefund,
  • radiologische Befunde,
  • zusammenfassender Arztbericht,
  • OP-Berichte,
  • aktuelle CT- und MRT-Bilder,
  • Pathologiebefunde.

Diese Unterlagen können entweder Sie selbst einreichen oder Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin. Auf Basis der vorliegenden Dokumente entscheiden unsere Radioonkologinnen und -onkologen dann, ob eine Protonentherapie bei Ihnen möglich ist. Sollte dies der Fall sein, benötigen wir zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich weitere Dokumente. Gegebenenfalls fordern wir auch weitere Untersuchungen an, um eine optimale Therapieplanung durchzuführen.

Unser Case-Management informiert Sie oder Ihren behandelnden Arzt/Ihre behandelnde Ärztin in jedem Fall rechtzeitig darüber, so dass die Therapie zeitnah beginnen kann.

Kostenübernahme der Protonentherapie

Mit diversen gesetzlichen Krankenkassen haben wir Verträge zur Übernahme der Kosten einer Protonentherapie von Hypophysenadenomen geschlossen. Mit anderen und auch mit einigen privaten Krankenkassen haben wir Abläufe zur Kostenübernahme etabliert. Wir unterstützen alle Patientinnen und Patienten bei der Kostenklärung direkt von Beginn an.

Kontaktaufnahme

Sie möchten sich über die Protonentherapie eines Hypophysenadenoms am WPE informieren? Oder direkt einen Termin machen? Dann nutzen Sie unsere nachfolgenden Kontaktmöglichkeiten.

Jede neue Kontaktaufnahme erfolgt über unser erfahrenes und engagiertes Case-Management – der Schnittstelle zwischen Ihnen und unserem Team. Es unterstützt Sie bei

  • der Zusammenstellung Ihrer Unterlagen,
  • bei der Kostenübernahme,
  • bei Reise und Unterkunft

und beantwortet alle Ihre aufkommenden Fragen. Es stellt auch den Kontakt zu unseren Strahlentherapeuten und -therapeutinnen her.

    Schnellanfrage

    Case-Management