Berufung und Anerkennung gleichermaßen: Prof. Dr. rer. nat. Cläre von Neubeck wurde in die Strahlenschutzkommission berufen

In der Klinik für Partikeltherapie am WPE fördert ihre Forschungsarbeit die Weiterentwicklung der Protonentherapie. Die im letzten Jahr neuberufene Prof. Dr. rer. nat. Cläre von Neubeck ist nun auch Mitglied der Strahlenschutzkommission (SSK) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Prof. von Neubeck, die als Juniorprofessorin für Translationale Partikeltherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen den translationalen, präklinischen Forschungszweig aufbaut, wurde in den SSK-Beratungsausschuss Strahlenrisiko berufen. Die SSK berät das Ministerium in „allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nicht-ionisierenden Strahlen“.

Welche gesundheitlichen Folgen hat Strahlung? Welche Risiken können sich im privaten wie im beruflichen Umfeld ergeben? Wie lassen sich internationale Richtlinien in Deutschland optimal umsetzen? Fragen wie diese werden im Ausschuss Strahlenrisiko regelmäßig diskutiert. „Die jeweiligen Beratungsergebnisse gehen als naturwissenschaftliche und technische Empfehlungen bzw. Stellungnahmen dann direkt an das BMU“, erläutert Prof. von Neubeck.

In den SSK-Ausschuss, dessen Mitglieder grundsätzlich ehrenamtlich arbeiten, wurde die Strahlenbiologin als Expertin für den Bereich experimentelle Strahlentherapie und Strahlenbiologie aufgenommen. Eine Aufgabe, die Prof. von Neubeck gleichermaßen als „Berufung und Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistung“ versteht: „Über den Ausschuss stehe ich im direkten und regelmäßigen Austausch mit Experten und Expertinnen aus ganz Deutschland, die alle am Thema ,Strahlung‘ arbeiten und forschen. Auf diese Weise wird einerseits meine persönliche Arbeit als Strahlenbiologin sichtbar. Andererseits erhalte ich – und damit auch das WPE – so auch interessante und wichtige Impulse aus anderen Fachrichtungen, etwa der Physik, der Chemie oder der Epidemiologie.“


Dauerhafte Beratungsthemen im Ausschuss Strahlenrisiko der SSK:

– Medizinisch-biologische Wirkungen ionisierender Strahlen
– Gesundheitliche Risikobewertung ionisierender Strahlen im beruflichen und privaten Umfeld anhand von Auswertungen
epidemiologischer Daten
– Beiträge zur Risikokommunikation
– Bewertung niedriger Strahlendosen, individuelle Strahlenempfindlichkeit
– Risikovergleich Strahlenexposition und andere Noxen
– Stellungnahmen und Empfehlungen zur nationalen Umsetzung internationaler Richtlinien und Empfehlungen
– Risikobewertung von Radonexpositionen in Innenräumen

Weitere Informationen zur Arbeit des Ausschusses und seinen Mitgliedern finden sich hier.


Die Mitglieder der SSK werden zwar direkt vom BMU berufen, arbeiten jedoch grundsätzlich unabhängig und weisungsungebunden. Über ihre Stellungnahmen und Empfehlungen, die öffentlich auf der SSK-Homepage einsehbar sind, gestalte die Kommission, so die Strahlenbiologie-Expertin, wichtige politische Entscheidungen mit und fördere zugleich die Meinungsbildung. „Darüber hinaus sind unsere Empfehlungen auch Grundlage für die inhaltliche Gestaltung von Ausschreibungen, etwa im Hinblick auf Fördermaßnahmen.“

Neben Prof. Dr. Cläre von Neubeck ist auch Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel Mitglied des 17-köpfigen Ausschusses „Strahlenrisiko“ der SSK. Prof. Jöckel ist Leiter des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin Essen.

Weitere Informationen: www.ssk.de
Über die Forschungsarbeit von Prof. von Neubeck haben wir im WPE-Newsletter Nr. 13 berichtet.