Translationale Forschung: Was ist das eigentlich?

Translationale Forscher*innen übersetzen relevante Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in klinisch anwendbares Wissen. Häufig wird dabei die Redewendung von from-bench-to-bedside verwendet – von der Laborbank an das Patientenbett. Die zu übersetzenden, relevanten Erkenntnisse können dabei aus den unterschiedlichsten naturwissenschaftlichen Gebieten stammen. Es gibt hier keine Beschränkung auf ein einzelnes Fachgebiet. Translationale Forschung hat als langfristige Ziele den Therapiestandard zu verbessern und den Behandlungserfolg zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, werden die relevanten Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung auf das jeweilige Fachgebiet angewendet.

Die translationale Partikelforschung an der Klinik für Partikeltherapie am WPE untersucht, ob die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung auch für Protonenstrahlen gültig sind. Dabei kommen zum Beispiel zell- und molekularbiologische Methoden, Histologie und tierexperimentelle Studien zum Einsatz. Vielversprechende Untersuchungsergebnisse werden weiter erforscht und können so ein Startpunkt für eine klinische Studie am WPE sein. An der Klinik für Partikeltherapie übernimmt diesen Forschungszweig seit August 2019 die Juniorprofessorin Dr. rer. nat. Cläre von Neubeck.

Die Durchführung von klinischen Studien ist ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes an der Klinik für Partikeltherapie. Die Studienergebnisse sollen es in Zukunft ermöglichen, Nutzen und Risiken der Protonentherapie noch besser beurteilen zu können und neue Therapiestandards zu etablieren. Innerhalb klinischer Studien können sich allerdings auch neue, präklinische Fragestellungen entwickeln, die durch die Studie nicht beantwortet werden können. Solche Fragestellungen werden dann im Rahmen von wissenschaftlichen Projekten weiterverfolgt. Dieser Prozess wird als Re-Translation bezeichnet.

Reparaturprotein nach Bestrahlung und Chemotherapie in humanen Tumormodell.
Reparaturprotein nach Bestrahlung und Chemotherapie in humanen Tumormodell.