Mediziner, Forscher und Patienten an einem Tisch: Krebstag Ruhr 2020

Das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) am Universitätsklinikum Essen bildet als eines der führenden Onkologischen Spitzenzentren und eines der größten Tumorzentren Deutschlands die „Klammer“ um 14 hochspezialisierte Therapieoptionen für Krebserkrankungen unterschiedlicher Organsysteme. Auch die Klinik für Partikeltherapie im WPE gehört – als eines der modernsten Protonentherapiezentren der Welt – zum WTZ. Zum Krebstag Ruhr 2020 am 18. Januar im Lehr- und Lernzentrum Essen informieren Mediziner und Forscher des WTZ über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten und machen in Workshops und Vorträgen den gemeinsamen Austausch zwischen Experten und Betroffenen möglich.

Was sind die neuesten Fortschritte in der Krebsforschung? Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet das WTZ? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es dort auch bei persönlichen Fragen rund um eine Krebserkrankung? Wie können die Krebs-Selbsthilfegruppen in der Ruhr-Region helfen? Fragen wie diese stehen im Fokus des zweiten Krebstages Ruhr, der Betroffene vor allem über die Möglichkeiten der Präzisionsonkologie am WTZ und über individualisierte Behandlungsoptionen informieren will. Und das nicht nur in Vorträgen. Janine Scholz, Referentin für Patientenstrategie und Kommunikation am WTZ: „Wir bereiten die Informationen bewusst patientengerecht auf und bieten etwa auch die Möglichkeit für einen direkten Austausch mit den Expertinnen und Experten des WTZ. Es wird erkrankungsspezifische Workshops mit Fragerunden geben sowie die Möglichkeit zum offenen Austausch – etwa an den Informationsständen der Beratungs- und Unterstützungsangebote des WTZ und an Ständen verschiedener onkologischer Selbsthilfegruppen.“

Das Programm deckt dabei die unterschiedlichen Behandlungsprogramme am Westdeutschen Tumorzentrum ab: Hirntumoren, Brust-, Magen- oder Darmkrebs stehen auf der Agenda ebenso wie beispielsweise kinderonkologische Themen, Weichteilsarkome oder Prostatakarzinome. Die Workshops selbst sind bewusst interdisziplinär und oft zusätzlich mit Vertretern der Selbsthilfe besetzt – „schließlich arbeiten auch in den Behandlungsprogrammen des WTZ viele verschiedene onkologische Fachbereiche der Universitätsmedizin Essen zusammen, um unseren Patientinnen und Patienten eine möglichst individuell abgestimmte Behandlung zu ermöglichen“. Gerade die Einbindung von Vertretern der Selbsthilfeorganisationen, ergänzt Monja Gerigk, Leiterin des Instituts für PatientenErleben, sei für eine Veranstaltung wie den Krebstag Ruhr dabei unverzichtbar: „Diese Menschen bringen eine spezielle Kompetenz mit: die Betroffenenkompetenz. Dieses Wissen beziehen wir bewusst mit ein, da hier Erfahrungen aus erster Hand – von Betroffenen für Betroffene – weitergegeben werden können.“


Das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ)
Die Onkologie bildet einen zentralen Schwerpunkt in Forschung, Lehre und Krankenversorgung der Essener Universitätsmedizin. Das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) ist nicht nur bundesweit eines der größten Tumorzentren, sondern zugleich das älteste deutsche Zentrum seiner Art, dem beinahe alle Kliniken und Institute des Universitätsklinikums Essen angehören. Seit Oktober 2019 kooperieren im WTZ zudem die onkologischen Zentren der Universitätsmedizin Essen und des Universitätsklinikums Münster für die Weiterentwicklung der Krebsmedizin und eine optimale Patientenversorgung. Diagnosen und Therapieoptionen werden am WTZ im Rahmen interdisziplinärer Tumorboards besprochen und durch zahlreiche Spezialsprechstunden fachlich ergänzt. Das WTZ ist zudem auf die Behandlung seltener Tumorerkrankungen spezialisiert und bietet modernste, personalisierte Diagnostik- und Therapieverfahren an.
www.wtz-essen.de


Die Expertinnen und Experten der Klinik für Partikeltherapie am WPE sind beispielsweise in den Workshops zu Hirntumoren und Hirnmetastasen (Dr. med. Felicitas Guntrum), Kopf-Hals-Tumoren (Dr. med. Barbara Winckler-Saleske) und im Workshop Kinderonkologie (Dr. med. Dirk Geismar) vertreten. „Auch aus unserer Sicht ist der Krebstag Ruhr eine sehr wichtige Veranstaltung. Zum einen geht es darum, unsere hervorragenden medizinischen Möglichkeiten aufzuzeigen und Einblicke zu geben in die aktuellen Fortschritte allgemein und insbesondere in der medizinischen Forschung am WPE. Zum anderen – und das ist mindestens genauso wichtig – bietet dieser Tag die Chance zum gemeinsamen Austausch. Wir Ärzte diskutieren nicht in geschlossener Gesellschaft quasi ,unter uns‘, sondern stehen im direkten Kontakt, im direkten Gespräch mit Betroffenen. Dieser Aspekt ist ganz entscheidend, wenn man die Krankenversorgung verbessern will. Und besonders ist es auch für Patientinnen und Patienten wichtig, ihre eigenen Fragen stellen zu können und Antworten zu bekommen“, resümiert Prof. Dr. Beate Timmermann, Direktorin der Klinik für Partikeltherapie am WPE.

Der Wunsch, das Blickfeld des Patienten in den Mittelpunkt zu stellen, ist der Grund, warum die diesjährige Veranstaltung mit einem Erfahrungsbericht einer WTZ-Patientin eingeleitet wird. Janine Scholz: „Auf diese Weise möchten wir den Besuchern des Krebstages Ruhr den Zugang zu einem schwierigen Thema erleichtern. Gleichzeitig erklären Fachexperten des WTZ die medizinischen Hintergründe zur Erkrankung der Patientin – ganz im Sinne des UME-Leitbildes ,Spitzenmedizin und Menschlichkeit‘.“ Nach wie vor sei Krebs nicht nur ein Grund für viel Angst,  sondern auch ein gesellschaftliches Tabuthema. „Wir möchten den Besuchern mit dem Krebstag Ruhr einen Raum geben, um ganz individuell mit der Erkrankung umgehen zu können. Jeder Besucher kommt mit einem anderen persönlichen Hintergrund und einem anderen emotionalen, aber auch informellen Bedürfnis zu uns. Das Informationsangebot ist daher breit gefächert. Auf diese Weise kann jeder neue Erkenntnisse erlangen oder hilfreiche Kontakte knüpfen.“ Ein Konzept, das aufgeht. Die Besucherresonanz zur Premiere im vergangenen Jahr zumindest war durchweg positiv.

Weitere Informationen: www.wtz-essen.de/krebstag-ruhr-2020
Das Programm zum Download.