Neues Konsortium der strahlentherapeutischen Referenzzentren im HIT-Netzwerk

Deutschlandweit werden rund 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen in Optimierungsstudien der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) therapiert. Das Behandlungsnetzwerk HIT vereint dabei innerhalb der GPOH jene onkologischen Behandler und Studien, die sich auf Hirntumoren im Kindesalter konzentrieren. Zum Jahresbeginn hat nun ein neues Konsortium der strahlentherapeutischen Referenzzentren im HIT-Netzwerk die Arbeit aufgenommen. Sprecherin des Konsortiums ist Prof. Dr. med. Beate Timmermann, Direktorin der Klinik für Partikeltherapie am Universitätsklinikum Essen und ärztliche Leiterin des WPE.

Prof. Dr. med. Rolf-Dieter Kortmann, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Leipzig, hat das Referenzzentrum Strahlentherapie vor 18 Jahren im HIT-Netzwerk etabliert. Seitdem wurden insgesamt etwa 5.000 Patientinnen und Patienten in Studien betreut. Mit dem altersbedingten Ausscheiden Prof. Kortmanns zum Jahresbeginn greift nun ein neues Konzept: Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Radioonkologie (APRO) hat zum 1. Januar ein Konsortium aus vier hauptverantwortlichen strahlentherapeutischen Einrichtungen die Arbeit aufgenommen. Prof. Dr. med. Beate Timmermann: „Die Strahlentherapie hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht; mittlerweile steht eine große Bandbreite an unterschiedlichen Techniken zur Verfügung, darunter auch die Partikeltherapie. Die Zusammensetzung des neuen Konsortiums passt sich dieser Entwicklung explizit an – und gewährleistet so eine hohe Kompetenz in allen modernen Verfahren der Referenzstrahlentherapie.“


Nicht zuletzt aufgrund seines Kinderprogramms, das europaweit größte seiner Art, ist das WPE in zahlreiche Therapieoptimierungsstudien der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) sowie weiterer internationaler Fachgesellschaften eingebunden. Übergeordnetes Ziel der Studien: eine stets optimale Therapie nach modernsten Standards ­– und das flächendeckend und interdisziplinär. Die ärztliche Leiterin des WPE, Prof. Dr. med. Beate Timmermann, zählt zu den führenden Expertinnen in der pädiatrischen Strahlentherapie und ist sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene eng mit der pädiatrisch-onkologischen Studienlandschaft vernetzt. Prof. Timmermann ist unter anderem als Referenzstrahlentherapeutin in verschiedenen GPOH-Studienkommissionen aktiv, leitet das Beratungszentrum für Partikeltherapie in der pädiatrischen Onkologie und ist aktives Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Radioonkologie (APRO), der International Society of Paediatric Oncology (SIOP) sowie der Paediatric Radiation Oncology Society (PROS). Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf dieser Seite.


Die Zuständigkeiten sind innerhalb des Konsortiums entitätsspezifisch aufgeteilt: niedriggradige Gliome fallen in den Aufgabenbereich von Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus, Heidelberg; hochgradige Gliome/DIPG in den von Prof. Dr. Mechthild Krause, Dresden; den Bereich Medulloblastome/PNETs verantwortet Dr. Rudolf Schwarz; mit AT/RTs, Choroidplexustumoren, Ependymome, intrakranielle Keimzelltumoren, Kraniopharyngeome sowie rezidivierte Hirntumoren befasst sich Prof. Dr. Beate Timmermann. Mit Essen, Dresden und Heidelberg sind dabei drei der größten deutschen Partikel- bzw. Protonentherapiezentren im Konsortium vertreten. Gebündeltes Wissen und umfangreiche Erfahrung, von der junge Patienten mit ZNS-Tumoren systematisch profitieren sollen. „Durch diese neue Struktur ist sichergestellt, dass es für jede Diagnose und Studie auch eine entsprechend hohe Expertise in der Behandlung mit modernen Strahlentherapietechniken gibt.“

Hauptaufgaben des von der Deutschen Kinderkrebsstiftung geförderten Konsortiums der strahlentherapeutischen Referenzzentren sind neben Therapie-Empfehlungen insbesondere die Mitarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung von Studien und Registern. Und dies nicht nur innerhalb des HIT-Netzwerkes, sondern auch in der Brain Tumor Group (BTG) der European Society for Paediatric Oncology (SIOPE) sowie weiteren nationalen und internationalen Studien- bzw. Arbeitsgruppen. „Darüber hinaus werden wir auch daran arbeiten, die Protonentherapie in aktuelle und zukünftige Studienprotokolle und Therapie-Leitlinien zu implementieren bzw. ihren Einsatz weiter auszuarbeiten“, resümiert Prof. Timmermann. Als Sprecherin des Konsortiums ist die ärztliche Leiterin des WPE unter anderem für die Koordinierung der unterschiedlichen Arbeitsgruppen, die Ausarbeitung von Antragstellungen sowie interne Prozessabläufe zuständig.