Neuroblastome: Prof. Timmermann ist neue Vorsitzende der RT-Group von SIOPEN

Seit Anfang dieses Jahrs ist Prof. Dr. Beate Timmermann, Ärztliche Leiterin des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen und Direktorin der Klinik für Partikeltherapie an der Universitätsmedizin Essen, neue Vorsitzende der Strahlentherapiegruppe für Neuroblastome der europäischen Fachgesellschaft für Pädiatrische Onkologie (SIOPEN).

In ihrem neuen Amt wird sich Prof. Timmermann, die zugleich deutsche Referenzstrahlentherapeutin für Neuroblastome der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ist, insbesondere für die Etablierung eines paneuropäischen Qualitätssicherungssystems sowie für die weitreichende Implementierung der Studie für Hochrisikoneuroblastome (SIOPEN HR-NBL2) engagieren. „Unser gemeinsames Ziel muss eine stetige Optimierung der Strahlentherapie sein. Dazu allerdings sind eine geeignete Risikoadaptierung sowie eine einheitliche Qualitätskontrolle auf europäischer Ebene unerlässlich. Die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit in Deutschland setzt hier vorbildliche Standards. Diese müssen wir zukünftig in anderen europäischen Ländern etablieren – durch die Erarbeitung gemeinsamer Leitlinien, aber auch durch länderübergreifende wissenschaftliche Projekte und den gezielten Austausch von Expertinnen und Experten der Strahlentherapie und anderer onkologischer Fachrichtungen.“


Hintergrund
Mit mehr als 2.000 Mitgliedern in 36 europäischen Ländern ist die European Society for Paediatric Oncology (SIOP Europe bzw. SIOPE) die führende kinderonkologische Fachgesellschaft in Europa. Die Expertengruppe der SIOPE für Neuroblastome (SIOPEN) widmet sich seit 1998 der klinischen, translationalen sowie der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Neuroblastome, unter anderem seit November 2019 im Rahmen der Studie SIOPEN HR-NBL2.
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Gerade in der multidisziplinären Therapie von oftmals sehr jungen Kindern mit Neuroblastom habe die Strahlentherapie, insbesondere die Protonentherapie, entscheidende Relevanz. Denn die malignen Tumoren treten meist in herausfordernden anatomischen Bereichen auf – etwa bei der Nebenniere oder entlang der Wirbelsäule, prinzipiell überall dort, wo sympathisches Nervengewebe vorhanden ist. „Die Protonentherapie bietet hier die Chance, den Tumor millimetergenau zu bestrahlen und Risikoorgane sowie das kindliche, noch unreife Gewebe größtmöglich zu schonen und so unter anderem das Risiko für die Entstehung von Zweittumoren zu minimieren.“

Neuroblastome zählen mit etwa 150 Fällen jährlich nach ZNS-Tumoren zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. „Für diese Kinder und für viele weitere in ganz Europa und weltweit ist es entscheidend, dass wir gemeinsam daran arbeiten, die Möglichkeiten der Strahlentherapie zu nutzen und laufend zu verbessern. Genau dafür möchte ich mich in meinem neuen Amt als Vorsitzende von SIOPEN einsetzen.“