Foto: AdobeStock/Gorodenkoff

Einmal hin und wieder zurück – psychosozialer Überleitungsbogen für die Strahlentherapie

Ein neues Instrument zur strukturierten Informationsübermittlung

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Strahlentherapie bei zahlreichen Tumorentitäten neben Operation und Chemotherapie als wichtiger Baustein in der modernen onkologischen Therapie etabliert. Die Psychosoziale Versorgung gehört heute in der Kinder- und Jugendonkologie zum Standard (gemäß S3-Leitlinie Psychosoziale Versorgung in er pädiatrischen Onkologie und Hämatologie) und umfasst somit auch die Vorbereitung und Begleitung unter Strahlentherapie, davon ungeachtet, ob die Therapie heimatnah angebunden oder – wie bei der Protonentherapie als Form der Strahlentherapie – in speziellen Zentren durchgeführt wird.

Entwicklung eines Psychosozialen Überleitungsbogens Strahlentherapie

Um einen guten Einstieg in die Strahlentherapie zu ermöglichen, bedarf es eines soliden Informationsflusses zwischen der zuweisenden Klinik und dem strahlentherapeutischen Zentrum. Bislang fanden Überleitungen eher vereinzelt und aufgrund persönlicher Vernetzung statt. Vor diesem Hintergrund haben Nicole Stember (WPE/ UK Essen), Kristin Boehme (UK Dresden) und Dr. Florian Schepper (UK Leipzig) einen standardisierten „Psychosozialen Überleitungsbogen Strahlentherapie“ entwickelt. Der Bogen soll eine lückenlose, passgenaue und zentrumsübergreifende psychosoziale Versorgung zum Wohle des Patienten sicherstellen. Seit Juli 2022 wird der Überleitungsbogen im Rahmen eines Pilotprojektes getestet. Über 20 Kliniken aus dem deutschsprachigen Raum konnten als Partner gewonnen werden.

Warum ein Überleitungsbogen, der auf die Strahlentherapie zugeschnitten ist?

Die Strahlentherapie stellt die jungen Patienten und deren Familie wie auch das Behandlungsteam oftmals vor große Herausforderungen und lässt verschiedene Fragen aufkommen. Schafft das Kind die mehrwöchige Behandlung vielleicht ohne Narkose oder Sedierung? Bleibt das Familiengefüge stabil, auch wenn fernab der Heimat und der vertrauten Unterstützersysteme behandelt wird? Wer versorgt das Geschwisterkind? Wo ist der Patient untergebracht, wenn die Bestrahlung heimatfern durchgeführt wird? Diese und andere für die Familien wie auch für die Behandler relevante Fragen sollen im Vorfeld sinnhaft transportiert werden. Je eher diese Informationen fließen, desto besser kann der junge Patient gesehen und auf seine Bedürfnisse eingegangen werden. Das verbessert die Planungs- und Handlungsfähigkeit auf beiden Seiten.