
Informations-
broschüre zu
Hirntumoren bei Kindern
Die neue Informationsbroschüre zu Hirntumoren bei Kindern der Deutsche Kinderkrebsstiftung bietet Eltern, Angehörigen und Betroffenen verständliche Informationen zu Diagnose, Behandlung und Nachsorge kindlicher Hirntumoren. Die aktualisierte Ausgabe ist ab sofort erhältlich und vermittelt fundiertes Wissen zu häufigen Tumoren des zentralen Nervensystems im Kindesalter sowie zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.
Die Informationsbroschüre „Hirntumoren – Informationen für Patienten und Eltern“ der Deutschen Kinderkrebsstiftung ist in einer umfassend überarbeiteten und aktualisierten Neuauflage erschienen. Sie richtet sich an Familien von Kindern und Jugendlichen mit Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) und bietet eine fundierte, zugleich verständlich aufbereitete Orientierung zu Diagnose, Behandlung und Nachsorge.
Hirntumoren zählen nach Leukämien zu den häufigsten Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Gleichzeitig sind sie besonders komplex, da sie das zentrale Nervensystem betreffen und sowohl körperliche als auch kognitive Funktionen beeinflussen können. Die Broschüre greift diese Besonderheiten auf und erklärt anschaulich, wie individuell Krankheitsverläufe und Therapieentscheidungen sein können.
Die Erstellung erfolgte im Rahmen des HIT-Netzwerks, einem deutschlandweiten Zusammenschluss spezialisierter Zentren zur Behandlung kindlicher Hirntumoren. Prof. Dr. Beate Timmermann, ärztliche Leiterin des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen (WPE), war gemeinsam mit weiteren Expert:innen maßgeblich an der Überarbeitung beteiligt und bringt ihre langjährige Expertise in der pädiatrischen Radioonkologie ein.
Hirntumoren bei Kindern – Krankheitsbilder im Überblick
Ein besonderer Schwerpunkt der Broschüre liegt auf der verständlichen Darstellung der verschiedenen Hirntumorarten (Indikationen) im Kindesalter. Dazu gehören unter anderem:
- Gliome (z. B. niedriggradige Gliome, hochgradige Gliome)
- Medulloblastome
- Ependymome
- Kraniopharyngeome
- Keimzelltumoren (Germ Cell Tumors)
- Neurinome
- Plexustumoren
- ATRT (Atypischer teratoider/rhabdoider Tumor)
Diese Tumorarten unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Wachstum, Lokalisation, Prognose und Therapie. Die Broschüre erklärt, warum eine individuelle, risikoadaptierte Behandlung entscheidend ist und wie moderne Klassifikationen (z. B. molekulargenetische Einteilungen) zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Symptome und Diagnostik
Die Broschüre beschreibt typische Symptome von Hirntumoren bei Kindern, die häufig unspezifisch beginnen. Dazu zählen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Sehstörungen
- Gleichgewichtsprobleme
- Verhaltensänderungen
Ein zentrales Thema ist der erhöhte Hirndruck, der viele dieser Beschwerden verursacht. Ebenso wird erläutert, wie die Diagnostik erfolgt – insbesondere durch bildgebende Verfahren wie MRT sowie durch neuropathologische und molekulare Untersuchungen. Dabei wird deutlich: Eine präzise Diagnose ist die Grundlage für eine zielgerichtete Therapieplanung.
Moderne Therapieansätze bei kindlichen Hirntumoren
Die Behandlung von Hirntumoren im Kindesalter basiert auf einem multimodalen Therapiekonzept, das individuell angepasst wird. Die Broschüre erläutert die wichtigsten Bausteine:
- Operation (Neurochirurgie) – häufig erster und entscheidender Therapieschritt
- Chemotherapie – insbesondere bei jüngeren Kindern oder bestimmten Tumorarten
- Strahlentherapie – gezielt eingesetzt, abhängig von Alter, Tumorart und Risiko
Gerade die Strahlentherapie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Moderne Verfahren wie die Protonentherapie ermöglichen es, Tumorgewebe präzise zu behandeln und gleichzeitig umliegendes gesundes Gewebe besser zu schonen – ein entscheidender Faktor bei Kindern im Wachstum.
Nebenwirkungen und Langzeitfolgen
Ein wichtiges Anliegen der Broschüre ist die transparente Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen. Neben akuten Belastungen während der Therapie werden auch Langzeitfolgen thematisiert, etwa:
- kognitive Einschränkungen
- hormonelle Störungen
- Wachstumsverzögerungen
- neurologische Beeinträchtigungen
Die Broschüre zeigt, wie moderne Therapiekonzepte darauf abzielen, diese Risiken zu reduzieren, ohne die Wirksamkeit der Behandlung zu beeinträchtigen.
Leben mit der Erkrankung und Nachsorge
Neben der medizinischen Behandlung widmet sich die Broschüre intensiv der Lebensrealität betroffener Familien. Themen sind unter anderem:
- psychosoziale Unterstützung
- Schul- und Alltagsintegration
- Rehabilitation und Langzeitnachsorge
Die strukturierte Nachsorge spielt eine zentrale Rolle, um mögliche Spätfolgen frühzeitig zu erkennen und die Lebensqualität langfristig zu sichern.

Bestellung über die DKS
Auf der Seite der Deutschen Kinderkrebsstiftung kann die Broschüre zu Hirntumoren bei Kindern bestellt werden.
Download
Über den Nachfolgenden Link kann das pdf-Dokument heruntergeladen werden.
Strahlentherapie bei Kindern
Auch an der Informationsbroschüre der DKS zur Strahlentherapie bei Kindern hat das Expert:innen-Team des WPE um Prof. Beate Timmermann mitgewirkt. Diese kann ebenfalls auf der Webseite der Deutschen Kinderkrebsstiftung heruntergeladen werden.
Strahlentherapie bei Kindern

2000. Behandlung eines Kindes
2000 Kinder wurden im WPE seit Eröffnung des Zentrums in 2013 behandelt. Sie machen damit mehr als die Hälfte aller Patienten aus. Ein 17 jähriges Mädchen aus Baden Württemberg war diese Patientin Anfang 2023.
Ziel der Broschüre
Die Broschüre verfolgt das Ziel, Familien verständlich, umfassend und wissenschaftlich fundiert über Hirntumoren bei Kindern zu informieren. Sie hilft dabei, komplexe medizinische Zusammenhänge einzuordnen, Therapieentscheidungen besser zu verstehen und Ängste zu reduzieren.
Durch die enge Zusammenarbeit führender Expertinnen – darunter Prof. Dr. Beate Timmermann – sowie der Deutschen Kinderkrebsstiftung und des HIT-Netzwerks entsteht ein hochwertiger Leitfaden, der medizinische Expertise mit patientenorientierter Aufbereitung verbindet.
Die Broschüre kann kostenfrei über die Deutsche Kinderkrebsstiftung bezogen oder heruntergeladen werden und bietet Familien eine verständliche Orientierung zu Diagnose, Behandlung und Nachsorge bei Hirntumoren im Kindesalter. Sie ergänzt damit das Informationsangebot für Eltern von Kindern mit Tumoren des zentralen Nervensystems.
Behandlung von Kindern am WPE
Bei uns am WPE stellt die Protonenbestrahlung von Patientinnen und Patienten im Kindes- und Jugendalter einen besonderen Schwerpunkt dar. Bis zu 300 Kinder im Alter bis 18 Jahren werden bei uns durch Zuweisungen aus ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus jährlich behandelt. Die Hälfte davon ist unter 7 Jahre alt und muss oft in Sedierung behandelt werden. Gemessen an der relativ geringen Häufigkeit kindlicher Tumore ist das im europäischen Vergleich ein hoher Anteil. Da Tumoren bei Kindern zudem in vielfältiger Form in Erscheinung treten, haben wir über die Jahre hinweg eine Fachkompetenz im Bereich der Strahlentherapie bei Kindern aufgebaut.
Insbesondere Hirntumoren – wie Medulloblastome, Ependymome und Meningeome oder auch eher seltene AT/RT – und Sarkome, wie das Rhabdomyosarkom, werden im WPE bei Kindern regelhaft behandelt. Die ärztliche Leiterin des WPE und zugleich Direktorin der Klinik für Partikeltherapie, Prof. Beate Timmermann, ist eine führende Expertin in der pädiatrischen Strahlentherapie und ist eng in der (inter-)nationalen pädiatrisch-onkologischen Studienlandschaft vernetzt.
Am WPE verwenden wir mit dem intensitätsmodulierten Pencil-Beam-Scanning (PBS) die modernste Form der Protonentherapie. Diese hochpräzise Form der Strahlentherapie ermöglicht es uns, Tumore – mit oder ohne Mitbestrahlung der kraniospinalen Achse – mit hochdosierter Strahlung millimetergenau zu behandeln.
Das WPE ist Teil des von der DKG zertifizierten Zentrums für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie der Universitätsmedizin Essen. Gemeinsam legen wir mit allen relevanten Fachdisziplinen die für den Patienten oder die Patientin optimale Behandlungsstrategie fest. Auch Patientinnen und Patienten von anderen Kinderkliniken können in Essen eine Protonentherapie erhalten. Dies wird im Vorfeld immer gemeinsam mit dem behandelnden Heimatkrankenhaus geklärt.
Weitere Informationen zur Behandlung von Kinder am WPE finden Sie unter dem nachfolgenden Link:
Pressekontakt
Medizinische Leiterin: Prof. Dr. med. Beate Timmermann
Hufelandstraße 55
45147 Essen
Redaktion: Dr. Stefanie Schulze Schleithoff, Tel. 0201-723-6607, partikeltherapie@uk-essen.de
Forschung | Presse