Hintergründe zur Pflegeambulanz

Die Protonentherapie ist grundsätzlich nebenwirkungsarm. Die gesamte Situation ist trotzdem belastend für den Körper, insbesondere, wenn zusätzlich parallel eine Chemotherapie erfolgt. Zudem findet die Protonentherapie in einem ambulanten Rahmen statt, während der die Patienten meist keine stationäre Pflege erhalten.
Die speziellen Bedürfnisse und Belastungen der Patienten im WPE leiten die besonderen Schwerpunkte der onkologischen Pflege in Bezug auf strahlentypische Nebenwirkungen ab.
Folgende Nebenwirkungen können je nach Bestrahlungsregion auftreten:

  • Lokale Hautveränderungen

  • Veränderungen der Schleimhäute

  • Übelkeit und ggfs. Erbrechen (vorwiegend in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie)

  • Appetitlosigkeit, mit auch dadurch begründetem Gewichtsverlust

  • Alle Zeichen der chronischen Müdigkeit / Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Um diese bestrahlungstypischen Begleiterscheinungen zu vermeiden oder zu vermindern, erfolgt im WPE eine leitliniengerechte Prophylaxe durch die Pflegeambulanz, in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten. So können Begleiterscheinungen frühzeitig erkannt und gegebenenfalls eine leitliniengerechte Behandlung ermöglicht werden.
    Die Mitarbeiter der Pflegeambulanz sind examinierte Krankenpflegekräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen: Fachweiterbildung Pflege pall. Care, Fachweiterbildung Pflege Anästhesie und Intensiv sowie Fachweiterbildung Pflege Onkologie.

    Pflegevisiten am WPE

    Die Pflegeambulanz ist voll in den allgemeinen Ambulanzbetrieb des WPE integriert. Jeder Patient erhält bereits bei der Erstvorstellung einen Termin, um den Zustand vor der Therapie zu erheben. Während der Therapie ist ein wöchentlicher Termin eingeplant. Je nach individuellen Bedürfnissen des Patienten, können zusätzliche Termine mit der Pflegeambulanz vereinbart werden. Zudem kann jeder Mitarbeiter des Ambulanz-Teams jederzeit angesprochen werden.

    Die Pflegevisiten umfassen die Aufklärung über strahleninduzierte Nebenwirkungen, Beratung und Einleitung von supportiven Maßnahmen sowie die Erfassung und Dokumentation von Vitalzeichen, Haut- und Ernährungszustand sowie vom Allgemeinzustand.

    Pflegerische Schwerpunkte bei der Strahlentherapie

    Vitalzeichen

    Dieser Bereich umfasst das Ermitteln von Puls, Blutdruck, Körperlänge und Gewicht.

    Hautzustand

    Der Ist-Zustand der Haut wird zu Beginn der Protonentherapie festgehalten. Mindestens wöchentlich wird das Bestrahlungsfeld inspiziert und die eventuell auftretenden Hautreaktionen anhand der Richtlinien der RTOG (Radiation Therapie Oncology Group; 5 Stadien) bewertet und der Verlauf festgehalten. Die Beratung bezieht sich sowohl auf allgemeine Verhaltensmaßnahmen zur Körperhygiene und -pflege als auch auf spezielle Hautpflege bei Auffälligkeiten.

    Ernährungssituation

    Die Erfassung des Ernährungsstatus erfolgt über das Messen des Körpergewichtes und der Bestimmung des BMI. Wichtig ist die Einschätzung des Patienten beziehungsweise die Einschätzung der Eltern über den Appetit. Kinder mit erforderlicher Ernährung über eine Sonde benötigen zusätzlich noch eine Inspektion der Hautregion der Zugangsstelle und die Dokumentation des Zustandes und der erfolgten Pflege.

    Allgemeinzustand

    Anhand der WHO Skala für Erwachsene und der Lansky-Skala für Kinder schätzt der Patient oder die Eltern/Angehörigen des Patienten seine Mobilität und Ausgestaltung seines individuellen Alltags ein.
    Bei Kindern wird zu Beginn der Therapie und zu jedem Nachsorgetermin ein Ganzkörperfoto erstellt, um den Entwicklungsverlauf und Wachstumsverläufe zu beobachten.
    Abgefragt werden auch Schlafstörungen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Das Erschöpfungs- und Fatigue-Syndrom muss von einer temporären, die Strahlentherapie begleitenden Müdigkeit abgegrenzt werden.

    Terminvereinbarung beim WPE

    Für die Planung der Termine der Pflegemaßnahmen werden allen Patienten Termine über das Terminbüro zugewiesen. Diese liegen in der Regel zwischen 8-16 Uhr.

    Freizeitangebote für Patienten

    Neben der körperlichen Pflege liegt uns auch die generelle Situation unserer Patienten am Herzen. Hier ist die Pflegeambulanz darum bemüht, den Aufenthalt unserer Patienten auch außerhalb der Bestrahlungszeit im WPE so angenehm wie möglich zu machen. Da viele unserer Patienten von außerhalb kommen und während ihrer ambulanten Therapiezeit in Essen und Umgebung wohnen, gibt unser Ambulanz-Team auch gerne Tipps für Einkaufsmöglichkeiten (Supermarkt, Apotheke…), für Freizeitaktivitäten sowie für regionale Ausflugsziele. Im Herzen des Ruhrgebiets gibt es für jeden etwas zu entdecken.
    An der Rezeption liegen „Reiseführer“ für das Ruhrgebiet in deutscher und englischer Sprache aus und können jederzeit ausgeliehen werden. In den Regalen und Aufstellern im EG liegen Flyer diverser Sehenswürdigkeiten aus. Bei individuellen Fragen kann unser Team gerne angesprochen werden.

    Sarkom Behandlung - Ihr Kontakt zum Case Management
    • Ihre Ansprechpartner

      Unser Case Management steht bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Bis zum Behandlungsbeginn haben Sie durchgehend ein und denselben Ansprechpartner.

    WPE Gruppenaufnahme des Ambulanz-Teams.
    • Anlaufstelle für Patienten

      Vorstellung des Ambulanz-Teams und dessen Aufgaben.

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