Protonentherapie bei kindlichen Tumoren

Die Strahlentherapie stellt einen wichtigen Baustein zur langfristigen Heilung im Therapiekonzept von Krebserkrankungen im Kindesalter dar. Sie bietet dort eine wichtige Chance, wo die Grenzen der operativen Möglichkeiten erreicht sind. Leider sind Kinder aufgrund des sich noch entwickelnden Gewebes jedoch besonders empfindlich für das Auftreten strahlenbedingter Nebenwirkungen und auch Zweittumoren.

Die Heilungsraten sind dafür aber sehr hoch. Daher stellt heute neben der Tumorheilung auch die Lebensqualität nach Tumortherapie ein wichtiges Therapieziel dar. Die Protonentherapie ist gerade bei Krebserkrankungen im Kindesalter ein vielversprechendes Instrument, denn die physikalischen Eigenschaften der Protonen erlauben eine sehr begrenzte und gut steuerbare Wirkung. Dabei wird das Normalgewebe weitgehend geschont und das Risiko von negativen Therapiefolgen und Zweittumoren vermindert. Die Behandlung ist zumeist gut verträglich und erlaubt meistens eine Fortführung der üblichen Lebensaktivitäten wie Schule, Sport und dem Treffen mit Freunden.

Protonentherapie Strahlentherapie für KinderIm WPE stellt die Behandlung von Kindern einen besonderen Schwerpunkt dar. Zurzeit werden vor allem Hirntumoren und sarkomatöse Tumoren im Bereich der Schädelbasis bzw. Kopf/Hals, Wirbelsäule und des Beckens behandelt. Große Expertise haben wir bei der Bestrahlung des gesamten Zentralen Nervensystems inkl. der kraniospinalen Achse.

Praktischer Ablauf

Protonentherapie Behandlung KinderDie Protonentherapie erfolgt wie bei Erwachsenen meist fünfmal pro Woche über einen Zeitraum von etwa vier bis sieben Wochen. Der Umgang mit Kindern als Patienten erfordert selbstverständlich viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Vor der Therapie sprechen die Eltern und/oder das Kind mit dem Strahlentherapeuten und ggf. auch mit dem Anästhesisten über den gesamten Ablauf sowie die Chancen und eventuellen Risiken der Therapie.

 

 

 

Zudem bietet das WPE eine psychosoziale Begleitung der jungen Patienten und deren Familien über den gesamten Behandlungsablauf an. Ziel ist es, Ängste vor der Behandlungsprozedur zu nehmen, die Kinder altersentsprechend auf die Protonenbestrahlung vorzubereiten, sie zu begleiten und die Familie als Ganzes zu stärken. Hierbei kann auch geklärt werden, was dem Kind die täglichen Sitzungen erleichtern könnte: Musik-CDs, Kuscheltiere oder die Stimme von Mama oder Papa durch das Mikrophon.

Behandlung in Narkose

Auch bei den Kindern ist sehr wichtig, dass sie während der Therapie ganz still liegen. Bei sehr jungen Kindern ist dies oft nicht möglich. Meist ist dieses vor allem bei Kindern in einem Alter von unter fünf Jahren der Fall. Sie verstehen dann teilweise den Grund und die Risiken der Behandlung noch nicht richtig. Dann müssen Planung und Therapie in Narkose bzw. tiefer Sedierung bei Spontanatmung erfolgen – ähnlich wie bei einer Kernspinuntersuchung in diesem Alter. Diese tiefen Sedierungen führen erfahrene Kinderanästhesisten durch. Eine Intubation und Beatmung ist in aller Regel nicht notwendig. Unabhängig vom Alter braucht es oftmals Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen, die kleinen Patienten immer wieder zur Mithilfe zu bewegen und positiv auf die Situation vorzubereiten . Dabei stehen wir den Familien mit all unserem Wissen und unserer Erfahrung zur Seite.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Patienten reisen oft von weither zu uns. Kinder kommen selbstverständlich mit Begleitperson(en). Es bedarf deshalb oftmals eines Hotels sowie einer kinderärztlichen Betreuung (häufig einschließlich Chemotherapie) oder bei sehr jungen Kindern einer täglichen Sedierung, die vorbereitet werden muss. Um diese Punkte sicherzustellen, arbeitet unser Team eng mit der Kinderklinik (Die Klinik für Kinderheilkunde III ist als eines der ersten Zentren von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als „Zertifiziertes Kinderonkologisches Zentrum“ ausgezeichnet worden), dem Elternhaus des Elternvereins Essen und weiteren Einrichtungen des Universitätsklinikums Essen zusammen.

Übrigens: Soviel Geduld der kleinen Patienten belohnen wir natürlich auch: Am Ende jeder Behandlung erhalten die Kinder eine Perle – am Ende der kompletten Behandlungsserie haben sie dann eine wunderschöne Perlenkette zusammen, die sie mit nach Hause nehmen dürfen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Zur Prüfung Ihrer Anfrage hinsichtlich einer Behandlungsmöglichkeit mit der Protonentherapie benötigen wir einen zusammenfassenden Arztbericht oder den PSA-Wert, den Histologiebefund und radiologische Befunde.

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Weiterführende Informationen

Ihre Ansprechpartner

Ansprechpartner zum Thema Hirntumor, HNO-Tumor und Sarkom im Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen

Unser Case Management steht Ihnen, Ihren Angehörigen und zuweisenden Ärzten bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Bis zum Behandlungsbeginn haben Sie durchgehend ein und denselben Ansprechpartner.