Protonentherapie beim Prostatakarzinom

Bei einem Prostatakarzinom stellt die Strahlentherapie mit Protonen eine mögliche Behandlungsalternative dar. Der Vorteil der Protonentherapie gegenüber der herkömmlichen Photonentherapie besteht darin, das Tumorgewebe möglichst genau zu treffen und gesundes Gewebe zu schonen. Bei der Bestrahlung des Prostatakarzinoms kann die Protonentherapie ihre volle Wirkung entfalten. Während die hohe Strahlendosis die Heilungschance verbessert, wird gleichzeitig durch die hohe Präzision die Gefahr für das Auftreten von Nebenwirkungen an den benachbarten Organen gemindert. Dies betrifft bei der Strahlentherapie des Prostatakarzinoms besonders den Enddarm und die Blase, da sie sich in der direkten Nachbarschaft der Prostata befinden. Diese Bereiche werden bestmöglich geschont.

Die Strahlungsverteilung im Vergleich: links eine perkutane Strahlentherapie mit Photonen (IMRT), rechts die Bestrahlung mit Protonen (IMPT), die eine deutlich geringere Belastung des umgebenden Gewebes aufzeigt.

Die Strahlungsverteilung im Vergleich: links eine perkutane Strahlentherapie mit Photonen (IMRT), rechts die Bestrahlung mit Protonen (IMPT), die eine deutlich geringere Belastung des umgebenden Gewebes aufzeigt.

Ablauf der Protonentherapie

Bei einem Prostatakarzinom erfolgt Ihre Behandlung mit der Protonentherapie ambulant und findet fünf Mal die Woche über einen Zeitraum von sieben Wochen statt. Sie können alternativ an unserer HypoPros I – Studie teilnehmen. In dieser Studie, in der sich die Behandlungszeit auf vier Wochen verkürzt, untersuchen wir die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer Protonentherapie, bei der Einzeldosis pro Tag (Fraktion) moderat angehoben wird.

Im Vorfeld Ihrer Protonentherapie werden Ihnen sogenannte Goldmarker eingesetzt. Dabei handelt es sich um kleine Goldspiralen, die die Position Ihrer Prostata unter Durchleuchtung immer exakt anzeigen. So kann unser Bestrahlungsgerät stets präzise eingestellt werden. Außerdem fixiert ein sogenannter Rektumballon während der Protonentherapie die Lage des Darms und der Prostata. Darüber hinaus werden für Sie individuelle Lagerungskissen und thermoplastische Beckenmasken angefertigt. Damit wird erreicht, dass Sie zur täglichen Bestrahlung stets gleich gelagert sind.

Kommt die Therapie für mein Prostatakarzinom infrage?

Um mögliche Therapieoptionen bei der Behandlung des Prostatakarzinoms zu besprechen, werden alle Patienten in unserem urologischen Tumorboard diskutiert. In diesem kommen alle beteiligten Disziplinen – Urologen, Onkologen, Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten – zusammen. Die Klinik für Partikeltherapie am WPE ist dort ein fester Bestandteil des Prostatazentrums am Universitätsklinikum Essen. Die Experten erarbeiten zusammen eine individuelle Empfehlung für jeden Patienten.

Mit einer Protonentherapie können grundsätzlich alle Patienten mit einer Empfehlung zur Strahlentherapie behandelt werden, sofern keine Fernmetastasen vorliegen. Zum Teil ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse auf Patienten mit einer mittleren bis hohen Risikokonstellation beschränkt. Unsere Radioonkologen prüfen für jeden Patienten individuell, ob eine Protonentherapie angeboten werden kann.

Sollten Sie Fragen haben oder wissen wollen, ob eine Protonentherapie für Sie persönlich infrage kommt, zögern Sie nicht, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen.

Die Therapie orientiert sich stets an Ihrer individuellen Erkrankung und Situation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Case Managements können Ihnen dazu eine erste Auskunft geben. Nach Prüfung Ihrer Unterlagen durch einen Radioonkologen des WPE erhalten Sie eine Rückmeldung über die Möglichkeit der Bestrahlung im WPE.

Protonentherapie mit Goldmarker

Das Ziel einer Protonentherapie ist die genaue Bestrahlung des Tumors und die größtmögliche Schonung von anderen Organen wie beispielsweise Enddarm oder Blase. Die Prostata ist aufgrund der Lage leichten Bewegungen unterlegen, denn die umgebenden Muskeln können mehr oder weniger angespannt sein. Die Füllung von Blase oder Enddarm kann ebenfalls Auswirkungen auf die Lage der Prostata haben. Im Vorfeld einer Strahlentherapie wird immer die genaue Lage des Tumors durch Röntgenaufnahmen ermittelt. Allerdings werden hiermit nur Knochen gut abgebildet, ein Organ wie die Prostata ist auf diesen Kontrollaufnahmen nicht sichtbar. Knöcherne Strukturen wie das Becken geben zu ungenaue Rückschlüsse auf die Lage, da die Prostata eben jeden Tag leicht anders liegen kann. Aus diesem Grund werden Ihnen im Vorfeld Ihrer Protonentherapie sogenannte Goldmarker eingesetzt. Dabei handelt es sich um kleine Goldspiralen, die die Position Ihrer Prostata unter Durchleuchtung immer exakt anzeigen. So wird die Prostata sichtbar und unser Bestrahlungsgerät kann stets präzise eingestellt und die Lagerung ggfs. angepasst werden.

Die nur wenige Millimeter langen und ca. 1mm dünnen Goldstäbchen werden ca. 2 Wochen vor der Therapie bei einem ca. 10 minütigen Eingriff durch einen Urologen eingesetzt, ähnlich einer Prostatastanze. Allerdings wird dabei kein Gewebe entnommen. Bereits im Planungs-CT werden diese dann erfasst und auf deren Basis erfolgt die Behandlungsplanung. Bei der täglichen Behandlung kann so die genaue Position der Goldmarker und somit der Prostata nachvollzogen werden.

So kann die ohnehin präzise Protonentherapie Enddarm und Blase weiter schonen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Zur Prüfung Ihrer Anfrage hinsichtlich einer Behandlungsmöglichkeit mit der Protonentherapie benötigen wir einen zusammenfassenden Arztbericht oder den PSA-Wert, den Histologiebefund und radiologische Befunde.

Kontaktaufnahme:

Sollten Sie Fragen haben oder wissen wollen, ob eine Protonentherapie für Sie persönlich infrage kommt, zögern Sie nicht, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen. Unser Case Management steht Ihnen bei Fragen gern zur Verfügung.

Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziertes Prostatakrebs Zentrum.
European Cancer Centres zertifiziertes Prostatakrebszentrum.
  • Ihre Ansprechpartner

    Unser Case Management steht bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Bis zum Behandlungsbeginn haben Sie durchgehend ein und denselben Ansprechpartner.

  • Informationsflyer

    Alle wichtigen Fragen zur Protonentherapie beim Prostatakarzinom wurden in diesem Flyer zusammengefasst.

  • Download
  • Protonenbehandlung von Prostatapatienten

    Interview mit Dr. Dirk Geismar: Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes.
    Die bösartige Tumorerkrankung geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse, der Prostata, aus.

  • Weiter
  • Eine exzellente Alternative

    Neue Studie im WPE Protonentherapie bei Prostatakrebs gestartet.

  • Weiter
  • Besuch im WPE

    Mitglieder des Landesverbands der Prostataselbsthilfegruppen NRW besuchten das WPE.

  • Weiter
  • 500. Patient mit der Protonentherapie behandelt

    Gute Perspektive dank Protonentherapie 500. Patient des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen (WPE) behandelt.

  • Weiter