Protonentherapie bei Hirntumoren / Tumoren des Zentralen Nervensystems

Hirntumoren machen zurzeit die größte Indikationsgruppe im WPE aus. Bei einem Hirntumor bietet die Behandlung durch eine Bestrahlung mit Protonen (Protonentherapie) im Vergleich zu einer herkömmlichen Strahlentherapie einige Vorteile. Denn durch ihre physikalischen Eigenschaften unterscheiden sich Protonen von Photonen, die in der konventionellen Strahlentherapie eingesetzt werden. Die Eindringtiefe der Protonen ist im Gegensatz zu Photonen millimetergenau und individuell steuerbar. Daher wird die benötigte Strahlendosis mit hoher Präzision im Tumor und nicht im gesunden Gewebe freigesetzt. Somit kann einerseits der Hirntumor (Tumor des Zentralen Nervensystems) zerstört werden, oft ohne einen operativen Eingriff, und andererseits das gesunde Gewebe und damit die kognitiven Funktionen des Gehirns wie z. B. das Erinnerungsvermögen besser geschont werden.

Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verlust des Geschmacksinns oder hormonelle Störungen werden durch die Protonentherapie reduziert. Vorteilhaft ist dies für Gewicht und Flüssigkeitshaushalt des Körpers und wirkt sich darüber hinaus förderlich auf das erfolgreiche Behandlungsergebnis sowie eine verbesserte Lebensqualität während und nach der Behandlung aus.

Folgende Tumore des zentralen Nervensystems behandeln wir mit Protonentherapie

Wir behandeln grundsätzlich alle Arten von Hirntumoren, gutartige wie bösartige. Das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen verfügt zudem über eine besondere Expertise in der Behandlung seltener Tumoren wie etwa Ependymome, Medulloblastome, rhabdoide Tumore, Kraniopharyngeome oder Hypophysenadenome.

  • AT/RT (Atypischer teratoider/rhabdoider Tumor)
  • Astrozytom (Auch Oligoastrozytom, Oligodendrogliom u.ä.)
  • Choroides Plexuspapillom
  • Ependymom
  • Gliom Grad I , II,III, IV
  • Glioblastom
  • Gliosarkom
  • Keimzelltumor (Germinom)
  • Medulloblastom, stPNET
  • Meningeom
  • Neuroblastom

Beispiele besonderer Tumorformen (Teils gutartig, teils bösartig):

  • Akustikusneurinom
  • Atypisches Neurozytom
  • Hemangioperizytom
  • Hypophysenadenom
  • Kraniopharyngeom
  • Pilozytisches Astrozytom

Kann eine Protonentherapie mit anderen Therapien kombiniert werden?

Eine Protonentherapie ist in der Regel Teil eines interdisziplinären Therapiekonzepts, das auch Therapiealternativen und Empfehlungen aus verschiedenen anderen onkologischen Disziplinen berücksichtigt. Grundsätzlich kann eine Protonentherapie sowohl im Vorfeld als auch im Anschluss an eine Operation oder Chemotherapie erfolgen. Auch eine parallel verlaufende Chemotherapie ist möglich. Je nach Entfernung kann diese entweder in Ihrem Heimatkrankenhaus/Heimatpraxis oder direkt im Universitätsklinikum Essen durchgeführt werden. Unser Case Management berät Sie hierzu gerne individuell.

Kommt eine Protonentherapie für mich infrage?

Haben Sie von Ihrem behandelnden Facharzt bzw. Onkologen eine Empfehlung für eine Strahlentherapie erhalten, ist prinzipiell auch eine Protonentherapie möglich. Entscheidend ist jedoch stets die individuelle Indikation. Jeder Einzelfall wird daher von unseren Fachärzten für Strahlentherapie (Radioonkologen) im Vorfeld medizinisch geprüft.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für eine erste schnelle und individuelle Prüfung, ob eine Protonentherapie in Ihrem Fall grundsätzlich infrage kommt, benötigen wir einen zusammenfassenden Arztbericht bzw. alternativ die Arzt- und OP-Berichte sowie aktuelle CT- oder MRT-Bilder.

Für die nachfolgende Planung Ihrer Therapie benötigen wir weitere Unterlagen, die wir in dieser Liste für Sie zusammengestellt haben. Bei weiteren Fragen hilft Ihnen unserer Case Management gerne weiter.

Kontaktaufnahme

Sollten Sie Fragen haben oder wissen wollen, ob eine Protonentherapie für Sie infrage kommt, zögern Sie nicht, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen – auch wenn ihr Krankheitsbild hier nicht aufgeführt ist.

Der Verlauf einer Therapie orientiert sich stets an Ihrer individuellen Indikation und Situation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Case Managements beraten Sie daher gerne persönlich, unterstützen Sie bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen und veranlassen kurzfristig deren Prüfung durch einen Radioonkologen des WPE.

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Ihre Ansprechpartner

Sarkom Behandlung - Ihr Kontakt zum Case Management

Unser Case Management steht Ihnen, Ihren Angehörigen und zuweisenden Ärzten bei Fragen gerne jederzeit zur Verfügung. Bis zum Behandlungsbeginn haben Sie durchgehend ein und denselben Ansprechpartner.