Einführungsvideo zum Behandlungsablauf

Ihre Behandlung - die Vorbereitung

Zunächst überprüfen wir anhand Ihrer Unterlagen, ob die Protonentherapie eine geeignete Option für Sie sein könnte. Dann laden wir Sie – gerne auch gemeinsam mit Ihrer Familie – zu einem Beratungsgespräch mit einem Arzt unseres Teams ein. Dabei verifizieren wir gemeinsam die Indikation, besprechen Therapieziele, betrachten die vorhandenen Untersuchungsergebnisse und gehen den Therapieablauf und mögliche Risiken mit Ihnen durch.

Damit die Bestrahlung millimetergenau – und immer treffsicher – durchgeführt werden kann, darf sich der Patient während der Bestrahlung nicht bewegen. Dazu setzen wir speziell hergestellte Lagerungshilfen ein, etwa Vakuumkissen, Gipsschalen oder Masken. Die Anfertigung und das Anpassen erfolgt meist während des Planungstermins, welcher der eigentlichen Bestrahlungsserie vorangeht.

Für die Planung führen wir hierbei außerdem eine Computertomografie (Planungs-CT) und eine Magnetresonanztomografie (Planungs-MRT) durch. Das Planungs-CT ist eine Röntgenuntersuchung, die Querschnittsbilder des Körpers erstellt. Beim Planung-MRT handelt es sich ebenfalls um ein bildgebendes Verfahren, bei dem die Schnittbilder jedoch mittels eines sehr starken Magnetfeldes erzeugt werden. Mit diesen genauen Darstellungen Ihrer Befunde können der behandelnde Arzt und der begleitende Medizinphysik-Experte die Therapie anhand eines dreidimensionalen „CT-Patienten-Modells“ exakt vorausplanen und quasi simulieren. Die Entwicklung und Optimierung dieses Bestrahlungsplans ist  sehr aufwendig und nimmt etwa zwei Wochen Zeit in Anspruch.

Die Bestrahlung

Die eigentliche Therapie erfolgt in der Regel ambulant, jedoch aufgeteilt in mehrere Sitzungen (Fraktionen). Meist erfolgen die Behandlungen einmal täglich und fünfmal die Woche über einen Zeitraum von mehreren Wochen je nach Indikation. Die Verteilung der Bestrahlungsdosis auf mehrere Sitzungen macht die Behandlung verträglicher. Während die Bestrahlung selbst etwa zwei Minuten dauert, nehmen Einstellung und Überprüfung der Sitzung im Durchschnitt eine halbe Stunde in Anspruch.

Damit die Ärzte den Tumor genau lokalisieren können, ist unser Zentrum mit modernster Bildführung ausgestattet: Mit Röntgengeräten, Computer- und Kernspintomographen lässt sich die Lage des Tumors vor jeder Sitzung überprüfen. Dazu ist es aber ebenso wichtig, dass sich Patienten während der Bestrahlung nicht bewegen, damit der Protonenstrahl den Tumor ganz genau dort treffen kann, wo er zuvor lokalisiert wurde. Deshalb werden Patienten für die Bestrahlung mit entsprechenden Lagerungshilfen fixiert; bei Bestrahlungen am Kopf sorgt etwa eine spezielle Maske für die richtige Position.

Sobald die Ärzte den Raum verlassen haben, werden die Protonenstrahlen mit einer hohen Geschwindigkeit auf das Bestrahlungsziel gelenkt. Der Patient merkt davon nichts. Das Team des WPE hält zu den Patienten unterdessen eine Video- und Sprechverbindung.

Gelegentlich kann es bei den Terminen zu Verzögerungen und Verschiebungen kommen. Unsere Maschine ist sehr empfindlich und muss bei jeder Leistungsabweichung aufwendig geprüft und abgenommen werden. Wir bitten deswegen schon im Voraus um Verständnis.

Regelmäßig im Therapieverlauf wird es Gelegenheit zu Gesprächen mit ärztlichem und pflegerischem Personal geben. Die Therapie endet immer mit einer Abschlussuntersuchung. Eine regelmäßige Nachsorge ist am WPE, aber auch in Absprache mit anderen Ärzten vorgesehen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Strahlentherapie ist eine lokale Maßnahme. Falls es zu einer Reaktion kommt, ist daher meist nur die bestrahlte Körperregion betroffen. Dabei kann es sich etwa um Reizerscheinungen der Haut oder Schleimhäute handeln – diese bilden sich meist etwa zwei bis drei Wochen nach Behandlung vollständig zurück, es kann aber auch zu einer Art bleibender Vernarbung als Spätfolge kommen.

Allgemein kann es zudem durchaus vorkommen, dass Müdigkeit, Unlust oder Appetitlosigkeit bei den Patienten auftritt, die durch die Anstrengungen des Körpers, die Strahlen zu verarbeiten, bedingt sind. Die geschilderten möglichen Nebenwirkungen sind allerdings abhängig von Bestrahlungsort und -dosis und werden im Aufklärungsgespräch detailliert thematisiert.

Kostenübernahme

In Deutschland und dem europäischen Ausland wird eine Anfrage zur Kostenerstattung der Versicherungen und Krankenkassen in vielen Fällen problemlos bewilligt, sofern es eine entsprechende Expertenempfehlung oder einen Behandlungsvertrag für die jeweilige Indikation gibt. Durch überzeugende Forschungsergebnisse möchte das WPE jedoch noch mehr Krankenkassen zur Übernahme der Kosten bewegen.

Unser Case Management informiert Sie in vorbereitenden Gesprächen über eine Kostenübernahme und unterstützt Sie gerne bei den Formalitäten.

  • Sie haben weitere Fragen zur Behandlung?

    Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und wir vereinbaren gerne einen Beratungstermin.